Hosting für einen Onlineshop: Was vor dem Verkaufsstart wichtig ist
Ein Shop hat es auf einem Hosting schwerer als ein Blog oder eine Firmenwebsite. Warenkorb, Kundenkonto und Checkout lassen sich nicht vollständig cachen, ein Katalog mit Filtern belastet die Datenbank, und Hunderte Produktseiten mit Fotos verbrauchen Speicherplatz und Dateien. Außerdem speichert ein Shop personenbezogene Daten seiner Kunden, die Wahl des Hostings für einen Onlineshop ist also auch eine rechtliche Frage. Hier steht, worauf Sie achten sollten, wenn Ihr Shop mit WooCommerce, OpenCart oder PrestaShop läuft.
Shop-System und Serveranforderungen
- WooCommerce ist ein Plugin für WordPress und erbt alle seine Eigenheiten: die Abhängigkeit von der Zahl der Plugins, den Nutzen eines Objekt-Caches, die Last durch WP-Cron. Es braucht ein memory_limit ab 256 MB und ein aktuelles PHP 8.x.
- OpenCart ist ressourcenschonender, reagiert aber empfindlich auf Module und Filter: Ein schlecht programmierter Katalogfilter kann die Datenbank stärker belasten als hundert Besucher.
- PrestaShop verlangt mehr Arbeitsspeicher und PHP-Prozesse, vor allem im Backend und beim Produktimport. Prüfen Sie, ob das Zeitlimit für Skripte reicht, um die komplette Preisliste zu importieren.
Für jede dieser Plattformen brauchen Sie MySQL 8 oder MariaDB ab 10.6, die Erweiterungen gd oder imagick, curl, zip und intl sowie Cron-Zugriff im Panel – damit werden Lagerbestände, Wechselkurse und Produktfeeds für Marktplätze und Preisvergleichsportale nach Zeitplan aktualisiert.
Datenbanken und Speicherplatz
Eine Datenbank reicht einem Shop oft nicht: Eine weitere brauchen Sie für die Testkopie, noch eine für den Blog oder eine zweite Sprache, wenn diese als eigene Installation laufen. Behalten Sie auch die Größe der Datenbank im Blick: Tabellen für Bestellungen, Logs, Sessions und Statistiken wachsen über Jahre und sollten regelmäßig aufgeräumt werden – Bestelldaten natürlich erst nach Ablauf der steuerlichen Aufbewahrungsfristen.
Produktfotos sind der größte Verbraucher von Speicherplatz und Inodes. Eine Produktseite mit Galerie wird zu Dutzenden Dateien, weil das CMS Vorschaubilder für jede Größe des Themes erzeugt. Wählen Sie den Speicherplatz mit Reserve, komprimieren Sie Bilder beim Hochladen und prüfen Sie das Inode-Limit, nicht nur die Gigabytes. Die Geschwindigkeit der Festplatte ist für einen Shop wichtiger als für einen Blog: Filter, Suche und Backend lesen ständig aus der Datenbank – mehr dazu auf der Seite Webhosting mit NVMe.
SSL, Zahlung und Sicherheit
HTTPS ist für einen Shop Pflicht: Ohne Verschlüsselung markieren Browser Formulare als unsicher, und Zahlungsdienstleister binden die Website gar nicht erst an. Ein kostenloses Let’s-Encrypt-Zertifikat genügt, es muss sich aber automatisch verlängern – ein abgelaufenes Zertifikat am Aktionstag stoppt den Verkauf.
Kartendaten darf ein Shop auf Shared Hosting nicht speichern. Die Zahlung nimmt die Seite oder das Widget des Zahlungsdienstleisters entgegen – ob Kreditkarte, PayPal, SEPA-Lastschrift oder Kauf auf Rechnung –, die Website erhält nur eine Statusmeldung. Achten Sie darauf, dass der Anbieter eingehende Anfragen der Zahlungsdienste (Webhook-Benachrichtigungen) und ausgehende Anfragen an deren API nicht blockiert und dass das Skript-Zeitlimit ausreicht, um auf die Antwort zu warten. Sichern Sie das Backend mit einem starken Passwort und Zwei-Faktor-Anmeldung, installieren Sie Module nur aus offiziellen Verzeichnissen.
Kundendaten, DSGVO und Pflichtangaben
Namen, Telefonnummern, Adressen und E-Mail-Adressen der Kunden sind personenbezogene Daten. Verkauft Ihr Shop an Kunden in der EU, gilt die DSGVO: Sie schließen mit dem Hoster einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV), nennen ihn in der Datenschutzerklärung und achten darauf, dass Daten nur mit geeigneten Garantien die EU verlassen. Am einfachsten ist das mit einem Anbieter, dessen Server und Backups in der EU liegen – Tarife dafür finden Sie in der Auswahl Webhosting in Europa oder, für Kunden im DACH-Raum, unter Webhosting in Deutschland. Fragen Sie den Anbieter, wo der Server physisch steht und wo die Sicherungen gespeichert werden: Auch sie enthalten personenbezogene Daten. Unabhängig vom Hosting braucht ein Shop für den deutschen Markt Impressum, AGB, Widerrufsbelehrung und eine korrekte Cookie-Einwilligung.
Backups und Last im Sale
Einen Shop aus einer Woche alten Sicherung wiederherzustellen geht nicht: Bestellungen gingen verloren. Sie brauchen tägliche Datenbank-Backups, besser mehrmals am Tag, eine Aufbewahrung von mindestens zwei Wochen und die Möglichkeit, die Datenbank getrennt von den Dateien wiederherzustellen. Legen Sie vor größeren Updates zusätzlich eine eigene Kopie an.
Bei Aktionen, am Black Friday oder im Weihnachtsgeschäft steigt die Besucherzahl um ein Vielfaches, und alle laufen durch den nicht cachebaren Warenkorb und Checkout. So bereiten Sie sich vor:
- Sehen Sie sich im Panel die Ressourcenstatistik an einem normalen Spitzentag an: Ist die Website schon nahe am Prozesslimit, übersteht sie den Sale nicht;
- aktivieren Sie den Seiten-Cache für Katalog und Produktseiten und den Objekt-Cache, wenn der Tarif ihn unterstützt;
- schalten Sie schwere Hintergrundaufgaben während der Aktion ab: Import, Feed-Generierung, Newsletter-Versand;
- führen Sie einen Lasttest auf der Testkopie durch und fragen Sie den Anbieter, ob sich die Limits vorübergehend erhöhen lassen.
Wann ein Shop einen VPS braucht
Shared Hosting reicht für einen kleinen Shop mit einigen hundert Produkten und moderatem Traffic. Auf einen Server sollten Sie wechseln, wenn der Katalog Zehntausende Artikel umfasst, den ganzen Tag über Bestellungen eingehen, Sie Redis, eine Suchmaschine oder Queues brauchen und Fehler 503 auch nach der Optimierung auftreten. Konfigurationen für solche Aufgaben finden Sie in der Auswahl VPS für einen Onlineshop.