Webhosting mit cPanel: Was das Panel bietet und was es den Anbieter kostet
cPanel ist das weltweit am weitesten verbreitete Control Panel für Webhosting, und die Zahlen dieser Auswahl bestätigen das: rund 4.700 Tarife von mehr als 940 Anbietern. Die Preise beginnen bei etwa 0,35–0,40 € im Monat, der Median liegt bei rund 6,70 €. Die meisten dieser Tarife stammen von Anbietern aus den USA (rund 1.240), Deutschland (rund 710) und Großbritannien (rund 650). Wer schon einmal Webhosting gemietet hat, hatte es sehr wahrscheinlich mit cPanel zu tun.
Was cPanel kann
Das Panel deckt alles ab, was der Betreiber einer normalen Website braucht – ganz ohne Kommandozeile:
- Domains und Subdomains. Zusätzliche Domains (Addon Domains), Parken, Weiterleitungen und ein DNS-Zoneneditor, sofern die Domain auf die Nameserver des Anbieters zeigt.
- E-Mail. Postfächer auf der eigenen Domain, Weiterleitungen, Abwesenheitsnotizen, Spamfilter und das Webmail Roundcube. Wie viel Platz jedes Postfach belegt, sieht man auf einen Blick.
- Datenbanken. MySQL oder MariaDB mit einem Assistenten für Datenbank und Benutzer, dazu phpMyAdmin für die manuelle Arbeit mit Tabellen.
- CMS-Installation. Über Softaculous oder das WordPress Toolkit sind WordPress, Joomla, OpenCart und Dutzende weitere Systeme in wenigen Minuten installiert. Das Toolkit kann eine Website außerdem auf eine Test-Subdomain klonen und Plugins gesammelt aktualisieren.
- PHP. Wahl der Version für jede Website einzeln (MultiPHP oder PHP Selector unter CloudLinux) und ein Editor für Parameter wie memory_limit.
- SSL. Kostenlose Zertifikate über AutoSSL oder Let’s Encrypt werden automatisch ausgestellt und verlängert.
- Backups. Eine vollständige Kopie des Accounts als ein Archiv, Wiederherstellung einzelner Dateien und Datenbanken. Viele Anbieter ergänzen das um JetBackup mit täglichen Sicherungen.
Die größte Stärke von cPanel ist nicht eine einzelne Funktion, sondern die Berechenbarkeit. Die Oberfläche ist bei Hunderten Anbietern gleich, Anleitungen im Netz passen zu jedem von ihnen, und ein Umzug zwischen cPanel-Anbietern läuft meist auf das Wiederherstellen eines einzigen Archivs hinaus.
Warum cPanel teurer wurde – und was daraus folgte
2019 stellte der Hersteller die Lizenzen auf eine Abrechnung pro Account auf dem Server um, danach stiegen die Preise noch mehrmals. Früher zahlte der Anbieter einen Festbetrag pro Server und konnte darauf Hunderte Kunden unterbringen, heute wachsen die Kosten mit der Zahl der Accounts. Bei günstigen Tarifen macht die Lizenz inzwischen einen spürbaren Teil des Preises aus.
Der Markt reagierte unterschiedlich. Manche Anbieter erhöhten die Preise oder strichen Einsteigertarife, andere wechselten zu DirectAdmin, Plesk oder kostenlosen Panels. Viele behielten cPanel in den höheren Tarifen als Option „für alle, die es gewohnt sind“ und bieten in den kleinen Tarifen eine Alternative an. Ein cPanel-Tarif für unter 50 Cent im Monat verdient deshalb einen genauen Blick: Meist bedeutet das sehr wenig Speicher, eine einzige Website und Jahresvorauszahlung.
cPanel, Plesk und DirectAdmin
Viele Anbieter lassen die Wahl zwischen mehreren Panels. In dieser Auswahl ist neben cPanel bei rund 1.450 Tarifen auch Plesk angegeben, bei rund 1.000 DirectAdmin. So unterscheiden sie sich in der Praxis:
- cPanel – der größte Funktionsumfang und ein großes Plugin-Ökosystem, den meisten Webentwicklern vertraut. Läuft nur unter Linux. Die teuerste Lizenz.
- Plesk – modernere Oberfläche, gut integriertes WordPress Toolkit, eine Windows-Version mit ASP.NET-Unterstützung. In Europa und besonders in Deutschland sehr verbreitet.
- DirectAdmin – schlankes, schnelles Panel mit weniger Funktionen. Die Lizenz ist günstiger, deshalb setzen es oft Budget-Anbieter ein. Für ein, zwei WordPress-Websites merkt man kaum einen Unterschied.
Eine weitere Alternative, vor allem bei Anbietern aus Osteuropa, ist Webhosting mit ISPmanager.
Was cPanel beim Shared Hosting nicht kann
Das Panel verwaltet nur Ihren Account, nicht den Server. Ein Systempaket installieren, die MySQL-Version wechseln, ein spezielles Webserver-Modul aktivieren oder eine Node.js-Anwendung mit dauerhaft laufendem Prozess betreiben – das geht in der Regel nicht, darüber entscheidet der Anbieter. SSH-Zugriff gibt es nicht in jedem Tarif, und wo es ihn gibt, ist er auf eine isolierte Shell beschränkt. Denken Sie auch an die CloudLinux-Limits: Das Panel zeigt, wie viel CPU und RAM die Website verbraucht, erhöhen lassen sich die Grenzen aber nur per Tarifwechsel. Stören Sie solche Einschränkungen schon jetzt, löst cPanel das Problem nicht – dann brauchen Sie einen Server mit Administratorrechten.
Worauf Sie bei einem cPanel-Tarif achten sollten
- Version und Erweiterungen. Sind Softaculous, WordPress Toolkit, JetBackup und CloudLinux dabei? Ein nacktes cPanel ohne sie ist deutlich ärmer.
- Anzahl der Websites. Kleine Tarife erlauben oft nur eine Domain; bei mehreren Projekten suchen Sie nach Tarifen für 10 und mehr Websites.
- Traffic und Speicher. Unbegrenzten Traffic hat etwa die Hälfte der Tarife in dieser Auswahl, der Median-Speicher liegt bei 20 GB, NVMe bietet rund ein Drittel.
- Verlängerungspreis. Wegen der gestiegenen Lizenzkosten geben Anbieter gern Rabatt auf das erste Jahr, die Verlängerung kostet dann das Anderthalb- bis Zweifache.
Braucht Ihre Website kein Panel, sondern volle Kontrolle über den Server, sehen Sie sich VPS für WordPress an: Dort können Sie jedes beliebige Panel selbst installieren oder ganz darauf verzichten.