VPS in der Ukraine: wo die Server stehen und was Sie vor der Miete prüfen sollten
Der ukrainische Hosting-Markt ist seit Langem etabliert und gehört bis heute zu den bedeutenderen in Osteuropa. Hier arbeiten lokale Anbieter mit eigenen Rechenzentren, Reseller und internationale Unternehmen, bei denen die Ukraine einer von vielen Standorten ist. Einen Server im Land wählt man vor allem für ukrainische Nutzer: Websites, Onlineshops, Dienste und Bots, die von Menschen im Land genutzt werden – oder für Projekte der ukrainischen Community in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die Inhalte für Angehörige in der Heimat bereitstellen.
Wo die Rechenzentren stehen
Die meisten Standorte befinden sich in Kyjiw: Dort konzentrieren sich große Rechenzentren, Backbone-Leitungen und die Austauschknoten, über die sich die lokalen Netzbetreiber miteinander verbinden. Neben der Hauptstadt werden Server in Charkiw, Dnipro, Odesa und Lwiw angeboten. Lwiw wird oft als westlicher Standort mit kurzen Wegen nach Polen und weiter in die EU gewählt, Odesa für Nutzer im Süden des Landes.
Nicht bei allen Tarifen ist in der Tabelle eine Stadt angegeben, und für ein Backend oder einen Bot spielt sie meist keine große Rolle. Wenn Sie aber eine bestimmte Region versorgen oder die Route zu einem bestimmten Netzbetreiber wichtig ist, lassen Sie sich vom Anbieter eine Test-IP geben und messen Sie die Latenz von Ihrer Seite und von der Seite der Nutzer.
Achten Sie bei der Tarifwahl auf die Virtualisierung: Bei manchen ukrainischen Anbietern gibt es noch OpenVZ, auf dem ein Firmen-VPN mit WireGuard, Docker und eigene Kernel nicht funktionieren. Nehmen Sie für solche Aufgaben KVM. Die Ukraine ist kein EU-Mitglied, die DSGVO gilt für den lokalen Anbieter also nicht unmittelbar – es gilt das nationale Datenschutzgesetz. Für Sie als Projektbetreiber aus der EU heißt das: Die Ukraine ist ein Drittland ohne Angemessenheitsbeschluss, für personenbezogene Daten von EU-Bürgern brauchen Sie Standardvertragsklauseln mit dem Anbieter.
Zuverlässigkeit: was Sie den Anbieter fragen sollten
Ukrainische Rechenzentren haben in den letzten Jahren viel in Autonomie investiert: Generatoren, Treibstoffvorräte, redundante Leitungen über verschiedene Netzbetreiber. Das Niveau unterscheidet sich aber von Standort zu Standort, deshalb lohnen sich vor der Miete ein paar direkte Fragen:
- wie viele Stunden das Rechenzentrum mit Notstrom läuft und wie oft das getestet wird;
- wie viele unabhängige externe Leitungen es gibt und über welche Netzbetreiber sie laufen;
- ob der Anbieter einen zweiten Standort in einer anderen Stadt oder einem anderen Land hat, wohin der Server umziehen kann;
- wie oft Backups erstellt werden und ob Sie diese herunterladen können.
Halten Sie unabhängig von den Antworten eine Kopie Ihrer Daten in einem anderen Land vor. Für ein Projekt, bei dem Ausfälle nicht akzeptabel sind, ist ein Hauptserver in der Ukraine und ein Ersatzserver im Nachbarland sinnvoll, etwa in Polen oder Moldau. Weitere Optionen in der Region finden Sie in der Auswahl VPS in Osteuropa.
Latenz und Erreichbarkeit von Diensten
Von Frankfurt nach Kyjiw sind es meist etwa 30–45 ms, der Traffic läuft in der Regel über Polen oder die Slowakei; nach Lwiw ist es etwas weniger. Für Websites, APIs, Bots und Remote-Administration ist das völlig ausreichend, und auch ein Gameserver für Spieler in der Ukraine und Mitteleuropa zugleich ist machbar. Die Werte unterscheiden sich zwischen Anbietern aber spürbar, prüfen Sie sie also vor dem Bezahlen und nicht nach Gefühl.
Bedenken Sie auch: Ukrainische Netzbetreiber sperren nach lokalen Vorschriften den Zugang zu einer Reihe russischer Websites und Dienste. Greift Ihr Backend auf externe APIs, Zahlungs-Gateways oder Maildienste zu, prüfen Sie von einem Testserver aus, ob sie erreichbar sind. Für westliche Dienste ist das in der Praxis selten ein Problem.
Bezahlung und Registrierung
Ukrainische Anbieter nehmen Kunden aus der EU und der Schweiz in aller Regel gern an. Bezahlt wird meist per Visa oder Mastercard, bei manchen Anbietern auch per Banküberweisung; PayPal ist bei lokalen Firmen eher die Ausnahme. Lokale Preise sind häufig in Hrywnja angegeben, der Endbetrag hängt dann vom Wechselkurs und den Gebühren Ihrer Bank ab. Als Unternehmen sollten Sie vorab klären, ob der Anbieter eine Rechnung mit Ihren Firmendaten ausstellt, die Ihr Steuerberater akzeptiert.
Ein spürbarer Teil der Anbieter akzeptiert Kryptowährung, vor allem internationale Unternehmen und Reseller, bei denen die Ukraine einer von vielen Standorten ist; Tarife mit dieser Zahlungsart in allen Ländern finden Sie auf der Seite VPS mit Krypto-Zahlung. In der Tabelle oben zeigt die Spalte „Zahlung“ die verfügbaren Zahlungswege jedes Tarifs.
Geben Sie bei der Registrierung echte Daten an. Wer die Regeln des Anbieters mit fremden Angaben umgeht, verliert fast immer das Konto – und damit den Server.