Welches Hosting WordPress braucht: Diese Werte sollten Sie prüfen
WordPress startet auf fast jedem Shared Hosting mit PHP und MySQL – schnell und stabil läuft es aber längst nicht überall. Den Unterschied zwischen Tarifen sieht man nicht am Tag der Installation, sondern ein halbes Jahr später, wenn die Website zwei Dutzend Plugins, Tausende Beiträge und regelmäßigen Besuch vom Googlebot hat. Hier steht, was Sie vorher prüfen sollten, damit Sie das WordPress-Hosting nicht beim ersten Besucherzuwachs wechseln müssen.
PHP und Datenbank
- PHP-Version. Aktuelle WordPress-Versionen sind auf PHP 8.x ausgelegt und laufen damit spürbar schneller als auf 7.4. Gut ist, wenn Sie im Panel die Version für jede Website einzeln wählen und zurückwechseln können, falls ein altes Plugin mit der neuen nicht zurechtkommt.
- Erweiterungen. Mindestens nötig sind mysqli, curl, gd oder imagick, mbstring, xml, zip und intl. Imagick verarbeitet Bilder besser, und ohne zip funktionieren Updates und viele Backup-Plugins nicht.
- MySQL oder MariaDB. Geeignet sind MySQL 8 und MariaDB ab 10.6. Prüfen Sie das Limit für die Datenbankgröße: Die Tabellen für Optionen, Revisionen und Plugin-Logs wachsen schneller, als man denkt.
- memory_limit. Für einen einfachen Blog reichen 128 MB, für eine Website mit Page Builder, Mehrsprachigkeit oder Shop besser 256 MB und mehr. Wichtig: Das PHP-Limit darf den Arbeitsspeicher des Kontos nicht übersteigen, sonst bleibt die Einstellung reine Theorie.
- max_execution_time und upload_max_filesize. Davon hängt ab, ob ein Import durchläuft und ob sich ein Theme oder eine Videodatei über das Backend hochladen lässt.
Caching: der wichtigste Hebel für ein schnelles WordPress
Jede WordPress-Seite ohne Cache bedeutet einen PHP-Durchlauf und Dutzende Datenbankabfragen. Die Geschwindigkeit der Website auf einem Hosting hängt deshalb vor allem davon ab, welche Cache-Ebenen verfügbar sind:
- OPcache hält kompilierten PHP-Code im Speicher. Er ist meist standardmäßig aktiv, prüfen Sie das trotzdem über den „Website-Zustand“ oder phpinfo.
- Seiten-Cache liefert fertiges HTML ohne PHP-Aufruf aus. Auf LiteSpeed-Servern erledigt das das Plugin LiteSpeed Cache auf Webserver-Ebene, unter Apache und nginx Plugins, die Seiten als Dateien ablegen.
- Objekt-Cache (Redis oder Memcached) speichert Ergebnisse von Datenbankabfragen. Er hilft besonders im Backend, bei Websites mit Login und bei WooCommerce. Im Shared Hosting ist er längst nicht überall verfügbar, daher ist er ein echtes Plus für einen Tarif.
Eine schnelle Festplatte hilft ebenfalls, vor allem im Backend und bei schweren Datenbankabfragen – mehr dazu auf der Seite Webhosting mit NVMe.
Backups, SSL und Testkopie
Backups erstellt der Hoster, verlassen sollten Sie sich darauf aber nicht allein. Fragen Sie, wie oft sie angelegt werden, wie viele Tage sie aufbewahrt werden und ob Sie Dateien oder Datenbank einzeln ohne Support-Ticket wiederherstellen können. Eine eigene wöchentliche Kopie auf einen externen Speicher lohnt sich in jedem Fall – liegt dieser außerhalb der EU, gehört er in Ihre Datenschutzerklärung. Einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) mit dem Hoster brauchen Sie ohnehin, sobald Kommentare, Kontaktformulare oder Bestellungen personenbezogene Daten speichern.
Ein kostenloses Let’s-Encrypt-Zertifikat mit automatischer Verlängerung ist heute Standard. Prüfen Sie nach dem Umstieg auf HTTPS, dass die Website-Adresse in den WordPress-Einstellungen mit https eingetragen ist und alte Bildlinks keine Warnung wegen gemischter Inhalte auslösen.
Staging – eine Testkopie der Website auf einer Subdomain – brauchen Sie, um Theme, Core und große Plugins nicht auf der Live-Seite zu aktualisieren. Anlegen können sie das WordPress Toolkit in Plesk und cPanel, Softaculous und einige eigene Panels der Anbieter. Panels vergleichen können Sie in der Auswahl Webhosting mit cPanel.
Plugins und Last
Die meisten Geschwindigkeitsprobleme von WordPress auf einem Hosting verursachen weder der Anbieter noch die Festplatte, sondern Plugins. Typische Ursachen:
- Statistik- und Sicherheits-Plugins, die bei jedem Besuch in die Datenbank schreiben;
- das eingebaute WP-Cron, das bei jedem Seitenaufruf Aufgaben startet – ersetzen Sie es besser durch einen System-Cronjob im Panel;
- Page Builder mit schweren Skripten und Dutzenden Stylesheets;
- häufige Anfragen an admin-ajax und die Heartbeat-API aus offenen Backend-Tabs;
- eine aufgeblähte Tabelle wp_options mit Autoload-Daten längst gelöschter Plugins.
Für Besucher aus der EU kommt ein weiterer Punkt hinzu: Plugins und Themes, die Schriften, Karten oder Videos von fremden Servern nachladen, übertragen IP-Adressen ohne Einwilligung. Schriften lokal einzubinden macht die Website DSGVO-freundlicher und zugleich schneller. Sehen Sie sich außerdem die Ressourcenstatistik im Panel an: Stößt die Website an einem normalen Tag ohne Besucheransturm an das CPU- oder Prozesslimit, kümmern Sie sich zuerst um die Plugins und wechseln erst dann den Tarif.
Wann WordPress auf einen VPS umziehen sollte
Shared Hosting passt zu Blogs, Firmenwebsites und kleinen Katalogen. Ein Umzug lohnt sich, wenn:
- die Website trotz Optimierung und Caching regelmäßig Fehler 503 oder 508 liefert;
- Sie Redis, Elasticsearch, Hintergrund-Queues oder eine eigene nginx-Konfiguration brauchen und der Anbieter sie nicht bietet;
- viele eingeloggte Nutzer auf der Website sind, für die der Seiten-Cache nicht greift;
- der größte Hosting-Tarif fast so viel kostet wie ein VPS mit dedizierten Ressourcen.
Serverkonfigurationen für dieses CMS finden Sie in der Auswahl VPS für WordPress.