Dedicated Server in den USA mieten: von Mini-Maschinen bis zu zwei Xeon Gold
Der US-Markt für physische Server ist der bunteste im Katalog. In einer Tabelle stehen schwache Maschinen mit Intel Atom und Celeron und ein paar Gigabyte Arbeitsspeicher neben Dual-Prozessor-Systemen mit Xeon Gold und Hunderten Gigabyte. Die Tarife stammen von mehr als zwanzig Anbietern mit Firmensitz in verschiedenen Ländern, daher gehen die Bedingungen für Traffic, Zahlung und Support selbst bei ähnlicher Hardware weit auseinander.
Städte: die Küsten und die Mitte des Landes
Server in den USA stehen im ganzen Land, und die Stadt sollten Sie nach dem Publikum wählen, nicht nach dem Preis.
- Ostküste – New York, Ashburn, Miami. Von hier ist es am nächsten nach Europa: Aus Frankfurt sind meist 80–100 ms zu erwarten, aus Moskau etwa 110–140 ms. Miami ist zusätzlich gut mit Lateinamerika verbunden.
- Mitte – Chicago und Dallas. Ungefähr gleich weit zu beiden Küsten, praktisch für ein Projekt mit Nutzern im ganzen Land.
- Westküste – Los Angeles und Seattle. Aus Mitteleuropa 140–170 ms, dafür näher an Asien und dem pazifischen Raum.
Brauchen Sie den Server für ein Team in Europa oder für Backups von dort, nehmen Sie die Ostküste. Für Spiele und Sprachdienste mit Nutzern in Europa eignet sich kein US-Standort, egal in welcher Stadt – die Latenz ist zu hoch.
Bandbreite der Hardware
Am unteren Ende der US-Liste stehen kleine Server mit Atom und Celeron. Das sind echte physische Maschinen, in der Leistung aber eher mit einem mittleren VPS vergleichbar: zwei bis vier schwache Kerne, wenig Speicher, eine Festplatte ohne RAID und ein schmaler Port mit einigen Dutzend Megabit. Man nimmt sie für eine private Website, Monitoring oder einen kleinen Dateiknoten – dort, wo Isolation wichtiger ist als Tempo. Vergleichen Sie eine solche Maschine mit virtuellen Servern in den USA: Ein VPS zum selben Preis ist nicht selten schneller.
Die Mitte belegen einzelne Xeon E3 und E5 sowie Ryzen 9, die Spitze Dual-Prozessor-Xeon-Gold und EPYC mit viel Arbeitsspeicher. Die typische Konfiguration in den USA ist bescheidener als die europäische: weniger Kerne und eine kleinere Festplatte, dafür steckt in mehr als der Hälfte der Tarife eine SSD und nur etwa in jedem siebten eine HDD. Für Multithread-Aufgaben und große Datenbanken lohnt ein Blick auf Dedicated Server mit EPYC.
Traffic: der größte Unterschied zu Europa
In Europa ist unbegrenzter Traffic am Gigabit-Port zur Norm geworden, in den USA nicht. Eine Flatrate geben weniger als ein Drittel der US-Tarife an, die übrigen kommen mit einem monatlichen Kontingent. Ein Kontingent von 10–30 TB wirkt groß, doch ein dauerhaft ausgelasteter Gigabit-Port verbraucht es in wenigen Tagen. Klären Sie vor der Miete:
- ob eingehender Traffic mitgezählt wird oder nur ausgehender;
- was bei Überschreitung passiert – Aufpreis pro Terabyte, Drosselung oder Abschaltung;
- ob die Portbandbreite garantiert ist oder die Geschwindigkeit mit dem ganzen Rack geteilt wird.
Ports mit 10 Gbit/s gibt es auch in den USA; eine Auswahl über alle Länder finden Sie auf der Seite Server mit 10-Gbit/s-Anbindung. Einrichtungsgebühren sind bei US-Tarifen selten, und knapp die Hälfte der Konfigurationen wird innerhalb weniger Stunden aus dem Bestand bereitgestellt.
Rechtsrahmen und Zahlung
US-Anbieter arbeiten nach US-Recht, einschließlich des Digital Millennium Copyright Act (DMCA). Beschwerden von Rechteinhabern gehen an den Anbieter, der sie an den Kunden weiterleitet und die Entfernung des strittigen Materials verlangt; bei wiederholten Beschwerden kann der Server abgeschaltet werden. Das ist ein übliches Verfahren und ändert für Projekte mit eigenen Inhalten nichts, Backups außerhalb des Servers sollten Sie aber ohnehin haben. US-Unternehmen halten zudem Sanktionsvorgaben ein und dürfen den Dienst verweigern. Für Projekte aus der EU gilt: Personenbezogene Daten in die USA zu übermitteln ist nach der DSGVO möglich, etwa über das EU-US Data Privacy Framework oder Standardvertragsklauseln – prüfen Sie, worauf sich der Anbieter stützt.
Russische MIR-Karten und das russische Zahlungssystem SBP kommen bei US-Tarifen praktisch nicht vor. Die üblichen Wege sind internationale Kreditkarten, PayPal und Zahlung auf Rechnung. Die Spalte „Zahlung“ zeigt das für jeden Tarif. Suchen Sie Nordamerika mit anderen Bedingungen bei Traffic und Recht, sehen Sie sich Dedicated Server in Kanada an.