Webhosting kostenlos testen: So funktioniert die Testphase und was Sie prüfen sollten
Eine kostenlose Testphase ist der ehrlichste Weg, um herauszufinden, ob ein Webhosting passt, bevor Sie ein Jahr im Voraus bezahlen. Die Auswahl umfasst rund 1.140 Tarife von mehr als 220 Anbietern, die sich kostenlos ausprobieren lassen. Die meisten dieser Tarife stammen von Anbietern aus Deutschland und Russland (jeweils mehr als 200), danach folgen die USA und die Ukraine. Nach dem Test beginnen die Preise bei etwa 0,45 € im Monat, der Median liegt bei rund 5,80 €.
Wie eine Testphase in der Regel abläuft
Die Bedingungen unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter, das Grundschema ist aber ähnlich:
- Dauer – meist 7 bis 30 Tage. Russische Anbieter gewähren üblicherweise 10–30 Tage ohne Zahlung, ausländische beschränken sich häufiger auf wenige Tage oder ersetzen den Test ganz durch eine Geld-zurück-Garantie.
- Registrierung – per E-Mail und Telefonnummer. Manche verlangen eine hinterlegte Karte, um Missbrauch zu verhindern; prüfen Sie dann, ob sich nach Ende des Tests nicht automatisch ein kostenpflichtiges Abo verlängert.
- Technische Domain – die Website ist über eine Subdomain des Anbieters erreichbar. Die eigene Domain lässt sich manchmal sofort verbinden, manchmal erst nach der Zahlung.
- Einschränkungen – ausgehende E-Mails sind oft gesperrt, damit über Testaccounts kein Spam verschickt wird; außerdem sind Speicher, Zahl der Websites und Datenbanken mitunter reduziert, kostenpflichtige SSL-Zertifikate und Backups nicht verfügbar.
- Ende des Tests – ohne Zahlung wird der Account gesperrt und einige Tage später samt Daten gelöscht. Bewahren Sie die einzige Kopie Ihrer Website nicht auf einem Testaccount auf.
Testphase oder Geld-zurück-Garantie
Viele Anbieter bieten statt eines kostenlosen Tests eine Geld-zurück-Garantie: Sie zahlen sofort und können innerhalb von 14–30 Tagen vom Vertrag zurücktreten. Beide Varianten haben ihre Eigenheiten:
- Der Test kostet nichts und erfordert keine Zahlung, läuft aber mit Einschränkungen. Den E-Mail-Versand oder den Betrieb auf der eigenen Domain können Sie oft nicht prüfen.
- Die Geld-zurück-Garantie bietet einen vollwertigen Tarif ohne Einschränkungen, zuerst müssen Sie aber zahlen. Erstattet werden meist nur die Hosting-Kosten: Domainregistrierung und kostenpflichtige Zusatzleistungen nicht, und manchmal wird die Gebühr des Zahlungsdienstes einbehalten.
Lesen Sie vor einer Zahlung mit Garantie die Bedingungen: für welche Tarife und Laufzeiten sie gilt und ob das Geld auf die Karte oder nur auf das Kundenguthaben zurückgebucht wird. Besonders wichtig ist das bei Zahlung mit Kryptowährung – Details dazu auf der Seite Webhosting mit Zahlung in Kryptowährung.
Was Sie während des Tests prüfen sollten
Eine Testphase bringt nur etwas, wenn Sie sie gezielt nutzen. Ein Mindestprogramm:
- Ziehen Sie eine echte Website um. Ein leeres WordPress ist bei jedem Anbieter schnell. Spielen Sie eine Kopie Ihrer Website mit Datenbank und Plugins ein, dann sind die Ergebnisse aussagekräftig.
- Messen Sie die Geschwindigkeit. Prüfen Sie die Server-Antwortzeit (TTFB) auf mehreren Seiten, auch auf solchen ohne Cache: Suche, Warenkorb, Admin-Bereich. Vergleichen Sie Messungen tagsüber und abends, wenn die Nachbarn auf dem Server ihn stärker belasten.
- Prüfen Sie PHP-Versionen und Erweiterungen. Gibt es die benötigte Version, lässt sie sich pro Website umschalten, sind imagick, redis, ioncube und andere Module verfügbar, die Ihr CMS verlangt?
- Stellen Sie dem Support eine Frage. Schreiben Sie ein Ticket mit einer konkreten technischen Aufgabe und messen Sie die Antwortzeit. Gut ist es, wenn die Antwort inhaltlich weiterhilft und nicht nur auf die Wissensdatenbank verweist.
- Testen Sie die Backups. Finden Sie heraus, wie oft sie erstellt und wie lange sie aufbewahrt werden, und stellen Sie dann selbst eine Datei oder Datenbank wieder her. Das klären Sie besser, bevor Sie ein Backup ernsthaft brauchen.
- Sehen Sie sich die Limits an. Im Panel ist meist eine Statistik zu CPU, Arbeitsspeicher und Prozessen zu sehen. Stößt Ihre Website schon im Test an diese Grenzen, wird es mit echtem Traffic schlimmer.
- Prüfen Sie das Panel. Lassen sich Websites, Datenbanken und Postfächer bequem anlegen? In der Auswahl kommen am häufigsten cPanel (rund 470 Tarife) und ISPmanager (rund 280) vor; ist Ihnen das Panel fremd, merken Sie das besser jetzt. Einen Vergleich bieten die Seiten Webhosting mit cPanel und Webhosting mit ISPmanager.
Was der Test nicht zeigt
Selbst ein gründlicher Test dauert Wochen, Probleme beim Hosting zeigen sich aber über Monate. Während der Testphase lässt sich die Stabilität kaum beurteilen: wie oft Ausfälle vorkommen, wie der Anbieter darüber informiert und wie lange die Wiederherstellung dauert. Hier helfen die Statusseite des Anbieters, falls vorhanden, und die Störungshistorie in seinem Blog oder seinen sozialen Kanälen. Ebenfalls unsichtbar bleibt im Test die Preispolitik: Finden Sie heraus, ob sich die Tarife im letzten Jahr geändert haben und wie die Kunden darüber informiert wurden.
Nach dem Test
Passt der Anbieter, achten Sie auf den Verlängerungspreis: Die Preise für die erste Laufzeit liegen oft unter den regulären. Eine Jahresvorauszahlung ist meist günstiger, sollte aber erst nach dem Test erfolgen. Hat Sie dagegen keine Variante in puncto Geschwindigkeit überzeugt, vergleichen Sie die Tarife in der Gesamtauswahl zum Webhosting oder filtern Sie gezielt nach Webhosting mit NVMe.