Welche Website ein Hosting-Tarif aus dem untersten Preissegment verkraftet
Die günstigsten Hosting-Tarife sind Einstiegspakete, mit denen Anbieter neue Kunden gewinnen: eine Website, wenig Speicherplatz, eine Datenbank und ein minimaler CPU-Anteil. Man nimmt sie für die erste eigene Website, eine Landingpage für eine Werbekampagne, die Visitenkarte eines Freelancers oder eine Testkopie eines Projekts. Damit so ein Tarif nicht zur Zeitverschwendung wird, sollten Sie vorher wissen, wo seine Grenzen liegen.
Für welche Websites es reicht
- Statische Website. HTML-Seiten, die ein Generator wie Hugo erzeugt oder ein Baukasten exportiert, belasten den Server kaum. Schon einige hundert Megabyte Speicher und das kleinste CPU-Limit verkraften Tausende Besuche am Tag.
- Visitenkarte oder Landingpage mit WordPress. Funktioniert, wenn Sie Seiten-Caching aktivieren, Bilder komprimieren und nicht Dutzende Plugins installieren. Jedes Plugin erzeugt zusätzliche Datenbankabfragen, und genau die stoßen im kleinsten Tarif als Erstes an das Limit.
- Privater Blog oder Portfolio mit einigen hundert Besuchern am Tag.
- Testumgebung, um CMS-Updates oder ein neues Theme zu prüfen, bevor sie auf die Hauptseite gehen.
Nicht in einen solchen Tarif gehören ein Onlineshop mit Warenkorb und Filtern, ein Forum, eine Website mit Kundenkonten und alles, wofür Sie bezahlten Werbetraffic einkaufen: Ein Ausfall in der Stoßzeit kostet mehr, als Sie sparen.
Grenzen, die nicht im Tarifnamen stehen
Speicherplatz und Anzahl der Websites sehen Sie in der Tabelle, bei den billigsten Tarifen entscheiden aber andere Limits. Suchen Sie sie in der vollständigen Tarifbeschreibung oder fragen Sie den Support vor der Zahlung:
- Anzahl der Dateien (Inodes). Ein Limit von einigen zehntausend Dateien ist schneller erreicht als der Speicherplatz: WordPress mit Plugins, Cache und Vorschaubildern kommt leicht auf diese Menge.
- Prozesse und PHP-Speicher. Wenige gleichzeitige Prozesse bedeuten, dass schon fünf bis zehn Besucher in derselben Sekunde eine Warteschlange und dann einen Fehler 508 auslösen.
- Größe der Datenbank. Manchmal separat vom Speicherplatz begrenzt, etwa auf einige hundert Megabyte.
- E-Mail. Manche Tarife haben gar keine Postfächer oder erlauben nur ein paar Dutzend Mails pro Stunde. Für ein Kontaktformular reicht das, für Shop-Benachrichtigungen nicht.
- SSH, Cron und PHP-Versionswahl. In den kleinsten Paketen oft deaktiviert – ohne Cron laufen aber die geplanten Aufgaben des CMS nicht.
- Backups. Sicherungen werden mitunter nur wenige Tage aufbewahrt oder lassen sich nur gegen Gebühr wiederherstellen. Erstellen Sie eigene Backups und lagern Sie sie außerhalb des Hostings.
Preis der ersten Laufzeit und Preis der Verlängerung
Viele Tarife landen nur dann im untersten Preissegment, wenn Sie ein Jahr oder mehrere Jahre im Voraus zahlen; die Verlängerung läuft dann zum vollen Preis, manchmal zum Zwei- bis Dreifachen. Vergleichen Sie deshalb nicht den Monatspreis, sondern die Summe für zwei Jahre einschließlich Verlängerung. Dazu kommt die Domain: Gratis ist sie meist nur im ersten Jahr. Achten Sie auch darauf, ob die Mehrwertsteuer im angezeigten Preis enthalten ist. Ein kostenloses Let's-Encrypt-Zertifikat sollte im Tarif enthalten sein, für SSL extra zu bezahlen lohnt sich bei solchen Paketen nicht.
Serverstandort und Bezahlung
Die billigsten Angebote stammen oft von kleinen regionalen Anbietern, die für ihren Heimatmarkt arbeiten: Der Server kann weit von Ihren Besuchern entfernt stehen, und der Support antwortet vielleicht nur in der Landessprache. Für eine Website mit Publikum im DACH-Raum ist ein günstiger Tarif eines Anbieters mit Rechenzentrum in der EU sinnvoller – Zahlung per SEPA-Lastschrift, Kreditkarte oder PayPal, ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach DSGVO, AGB auf Deutsch oder Englisch und kurze Latenz. Solche Tarife finden Sie in der Auswahl Webhosting in Europa. Ist die Preisgrenze dieser Seite zu eng, bietet günstiges Webhosting mehr Auswahl und spürbar großzügigere Limits.
Bevor Sie ein Jahr im Voraus bezahlen, testen Sie den Anbieter in einer Probephase: Spielen Sie eine Kopie der Website auf, prüfen Sie die Geschwindigkeit des Panels und die Antwortzeit des Supports. Tarife mit kostenlosem Test finden Sie unter Webhosting mit kostenloser Testphase.
Billigstes Shared Hosting oder ein VPS zum gleichen Preis
Für ähnliches Geld gibt es auch die kleinsten virtuellen Server. Ein VPS ist aber ein nacktes System ohne Panel, E-Mail und automatische Backups: Webserver, PHP, Datenbank, SSL und Sicherheitsupdates müssen Sie selbst einrichten und pflegen. Für Website-Betreiber ohne Administrationserfahrung ist günstiges Shared Hosting fast immer die zuverlässigere Lösung. Ein Server lohnt sich, wenn die Website den Limits des Shared Hostings entwachsen ist oder Programme braucht, die dort nicht laufen – dann sehen Sie sich günstige VPS an. Am einfachsten ist meist ein Tarifwechsel beim selben Anbieter: Das Konto bekommt neue Limits, ohne dass Sie Dateien umziehen müssen.