VPS in Spanien: für wen er sich lohnt und was Sie vor der Bestellung prüfen sollten
Für einen Server mit Publikum im deutschsprachigen Raum ist Spanien selten die erste Wahl: Frankfurt, Amsterdam oder Wien liegen näher und sind oft günstiger. Ein spanischer Standort hat aber etwas, das den nördlichen Knoten fehlt: Er liegt am Kreuzungspunkt der Routen nach Südeuropa, Nordafrika und Lateinamerika, und eine lokale IP braucht jeder, der mit spanischen Nutzern, Banken und Diensten arbeitet.
Madrid in der Mitte, Kabel an der Küste
Das Netzwerkherz des Landes ist Madrid. Hier arbeiten die Austauschknoten ESpanix und DE-CIX Madrid, die meisten großen Rechenzentren und die Cloud-Regionen der globalen Anbieter. Die Seekabel landen allerdings anderswo an: In Bilbao kommen neue Transatlantikleitungen aus den USA an, in Barcelona und anderen Mittelmeerstädten Kabelsysteme, die Europa mit Afrika und dem Nahen Osten verbinden. Madrid ist über Fernleitungen mit ihnen verbunden, ein Server in der Hauptstadt hat daher kurze Wege sowohl innerhalb der Iberischen Halbinsel als auch darüber hinaus. Die Tarife in der Hauptstadt finden Sie gesondert: VPS in Madrid.
Beachten Sie, dass die Auswahl viele Tarife internationaler Anbieter enthält, bei denen Spanien nur einer von Dutzenden Standorten ist. Wenn eine bestimmte Stadt oder ein bestimmtes Rechenzentrum wichtig ist, klären Sie das bei der Bestellung: Beim selben Tarif können die Knoten in Madrid, Barcelona oder anderswo stehen.
Latenz aus Mitteleuropa und für wen sie passt
Von Frankfurt nach Madrid sind es meist etwa 20–30 ms, aus Wien oder Zürich ähnlich. Das ist spürbar mehr als innerhalb Deutschlands, für eine Website, eine API oder einen Remote-Desktop aber kein Problem; selbst für viele Onlinespiele reicht es. Einen spanischen VDS mietet man daher meist für eine konkrete Aufgabe:
- Publikum in Spanien und Portugal. Ein Shop, ein Buchungsdienst oder ein Medienangebot für spanischsprachige Nutzer lädt von einem lokalen Server schneller als aus Mitteleuropa.
- Eine spanische IP-Adresse zur Prüfung regionaler Suchergebnisse und Werbung sowie zum Monitoring der Verfügbarkeit Ihrer Dienste aus Spanien.
- Ein Firmen-VPN für Teams und Niederlassungen in Spanien: Mitarbeiter greifen verschlüsselt auf Büro und interne Server zu, und Standorte lassen sich zu einem privaten Netz verbinden. Hinweise zur Einrichtung finden Sie auf der Seite VPS für WireGuard.
- Ein Zwischenknoten für Lateinamerika. Für ein spanischsprachiges Projekt mit Nutzern teils in Europa, teils in Übersee ist Madrid oft ein vernünftiger Kompromiss. Sitzt das Publikum überwiegend dort, gehört der Server in die Region – siehe VPS in Lateinamerika.
Datenschutz und Sperren auf Spanisch
Spanien ist EU-Mitglied, der Anbieter arbeitet also nach der DSGVO, ergänzt durch das nationale Gesetz zum Schutz personenbezogener Daten und digitaler Rechte (LOPDGDD). Für Sie als Kunde aus der EU heißt das: kein Drittlandtransfer, und einen Auftragsverarbeitungsvertrag bieten seriöse Anbieter standardmäßig an. Die spanische Aufsichtsbehörde AEPD ist dafür bekannt, gemessen an der Anzahl die meisten DSGVO-Bußgelder in Europa zu verhängen, auch gegen kleine Unternehmen – für Cookie-Banner ohne Einwilligung, Newsletter ohne Opt-in und Datenpannen. Erhebt Ihr Projekt Daten von Spaniern, müssen Datenschutzerklärung und Einwilligungsformular ab dem ersten Tag stimmen.
Die zweite Besonderheit ist der Kampf gegen illegale Sportübertragungen. Auf Grundlage von Gerichtsbeschlüssen zugunsten der Fußballliga sperren spanische Provider während der Spiele IP-Adressen, und dabei hat es schon unbeteiligte Websites getroffen, die hinter denselben CDN-Adressen lagen. Für einen Server mit eigener dedizierter IP ist das meist unkritisch, aber wenn eine Website für spanische Nutzer hinter einem geteilten Proxy-Dienst steckt, sollten Sie dieses Risiko im Hinterkopf behalten. Fremde Übertragungen und Filme über einen spanischen VPS zu verbreiten, führt zuverlässig zu Beschwerde und Abschaltung.
Die passende Konfiguration
Für eine Website oder einen Bot für spanische Nutzer reichen 1–2 Kerne und ab 2 GB Arbeitsspeicher auf KVM; für ein VPN zählen weniger die Ressourcen als Traffic und Portgeschwindigkeit – suchen Sie Tarife mit unbegrenztem Traffic oder mehreren Terabyte pro Monat. Planen Sie eine Datenbank oder einen Onlineshop, nehmen Sie NVMe: Der Unterschied zu einer normalen SSD ist bei jeder Anfrage spürbar. Und prüfen Sie, ob eine IPv4-Adresse im Preis enthalten ist – bei manchen Cloud-Tarifen kostet sie extra.
Registrierung und Bezahlung
Lokale spanische Anbieter sind auf den Inlandsmarkt ausgerichtet: Website und Support auf Spanisch, bei der Registrierung wird mitunter eine NIF gefragt. Als Unternehmen aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz geben Sie stattdessen Ihre USt-IdNr. bzw. UID an; innerhalb der EU wird dann meist im Reverse-Charge-Verfahren ohne spanische Mehrwertsteuer abgerechnet. Bezahlt wird in der Regel per Kreditkarte, oft auch per PayPal oder SEPA-Lastschrift. Anbieter, die auch Kryptowährung akzeptieren, finden Sie unter VPS in Spanien mit Krypto-Zahlung. In der Tabelle oben zeigt die Spalte „Zahlung“ die Zahlungswege jedes Tarifs.
Lassen Sie sich vor dem Bezahlen eine Test-IP oder ein Looking Glass geben und messen Sie den Ping von Ihrem eigenen Anschluss: Die Route nach Spanien läuft bei vielen Providern über Paris oder Marseille, und der Unterschied zwischen zwei Anbietern in derselben Stadt kann größer sein als zwischen zwei Ländern.