Wann eine Website Hosting in Kasachstan braucht
Hosting in Kasachstan lohnt sich vor allem für Websites, die sich an Besucher im Land selbst richten: Onlineshops mit Lieferung innerhalb Kasachstans, Websites von Niederlassungen und Vertriebspartnern, Online-Terminbuchungen oder Bildungsprojekte. Für Unternehmen aus dem DACH-Raum ist das vor allem dann ein Thema, wenn sie in Zentralasien verkaufen oder dort eine Tochtergesellschaft betreiben. Die Rechenzentren konzentrieren sich auf Almaty und Astana, seltener findet man Karaganda und andere Städte. Der Markt ist kleiner als in Europa, es gibt also weniger Tarife und eine bescheidenere Auswahl an Panels und Konfigurationen – dafür bringt ein Server im Land kasachischen Besuchern sowohl Geschwindigkeit als auch Rechtssicherheit nach lokalem Recht.
Datenschutzgesetz und Datenlokalisierung
Das kasachische Gesetz „Über personenbezogene Daten und ihren Schutz“ verlangt, dass personenbezogene Daten kasachischer Bürger in einer Datenbank auf dem Gebiet Kasachstans gespeichert werden. Anders als die DSGVO, die vor allem Übermittlungen regelt, schreibt es also einen Speicherort vor: Erhebt Ihre Website Namen, Telefonnummern, Lieferadressen oder die persönliche Identifikationsnummer (IIN) kasachischer Kunden, muss die Datenbank mit diesen Daten im Land stehen. Für einen Shop oder einen Dienst mit Kundenkonto erfüllen Sie die Anforderung am einfachsten, indem Sie die ganze Website bei einem lokalen Anbieter hosten.
- Eine Visitenkarten-Website ohne Formulare oder ein Blog ohne Registrierung fallen kaum unter die Lokalisierungspflicht.
- Richtet sich eine Website gleichzeitig an Kunden in der EU und in Kasachstan, gelten beide Regelwerke: Für EU-Kunden die DSGVO samt AVV und Regeln für Drittlandübermittlungen, für kasachische Kunden die Speicherung im Land. Auf Shared Hosting ist eine solche Aufteilung umständlich, dafür braucht es meist zwei Server oder getrennte Websites.
- Websites unter den Domains .kz und .қаз müssen nach den Registrierungsregeln auf Hardware in Kasachstan laufen. Wenn Sie die Landesdomain nehmen, klären Sie die aktuelle Fassung der Regeln mit dem Registrar und wählen Sie lokales Hosting.
Latenz und Anbindung
Innerhalb des Landes antwortet ein Server in Almaty oder Astana in wenigen bis etwa zwanzig Millisekunden, aus Mitteleuropa sind es je nach Route deutlich mehr. Für europäisches Publikum ist ein kasachischer Server daher langsamer als jeder Standort in der EU, für Besucher in Kasachstan dagegen spürbar schneller als jeder ausländische: Der Traffic muss nicht über internationale Leitungen und hängt weniger von deren Auslastung ab. Ist Ihr Publikum gemischt und überwiegend europäisch, ist Webhosting in Europa die logischere Wahl.
Bedenken Sie auch die Entfernungen im Land selbst: Kasachstan ist riesig, zwischen Almaty und den westlichen Regionen kann die Latenz so hoch sein wie zu einem ausländischen Server. Sitzen Ihre wichtigsten Kunden in Atyrau oder Aktobe, vergleichen Sie vor der Bestellung die Test-IPs der Anbieter.
Oft richtet sich eine Website an zwei Regionen, und der Betreiber möchte nicht zwei Hostings pflegen. Dann steht der Hauptserver näher am größeren Teil des Publikums, und Bilder, Stylesheets und Skripte kommen über ein CDN mit Knoten in beiden Regionen: Große Dateien laden vom nächsten Punkt, und der Latenzunterschied zum Hauptserver fällt kaum auf. Personenbezogene Daten müssen trotzdem nach den Regeln des jeweiligen Landes gespeichert werden, das löst ein CDN nicht.
Was Sie beim kasachischen Anbieter prüfen sollten
- Control Panel. Verbreitet sind cPanel, ISPmanager und Plesk. Mit cPanel oder Plesk finden Sie sich sofort zurecht, wenn Sie europäische Anbieter kennen.
- PHP und CMS. Prüfen Sie PHP-Versionen, Speicherlimit und die nötigen Erweiterungen. Für große Shops auf WordPress oder Shopware reichen die kleinsten Tarife oft nicht aus.
- SSL. Ein kostenloses Let's-Encrypt-Zertifikat sollte automatisch ausgestellt werden. Ein kostenpflichtiges Zertifikat brauchen Sie nur, wenn ein Zahlungsanbieter oder eine Unternehmensrichtlinie es verlangt.
- E-Mail. Limit an Mails pro Stunde, Einrichtung von SPF und DKIM, Postfachgröße. Für Newsletter an Kunden nehmen Sie besser einen separaten Versanddienst.
- Backups. Ob die Sicherungen in Kasachstan liegen – wichtig, wenn die Datenbank personenbezogene Daten enthält – und ob Sie sie selbst wiederherstellen können.
- Sprache und Unterlagen. Support und Verträge gibt es meist auf Russisch und Kasachisch, seltener auf Englisch. Für die Buchhaltung Ihrer Gesellschaft vor Ort sind Vertrag und Rechnungen nach kasachischen Regeln wichtig.
Bezahlung
Lokale Anbieter rechnen in Tenge ab und akzeptieren kasachische Bankkarten, Überweisungen und Zahlung auf Rechnung. Ob eine europäische Kreditkarte, PayPal oder eine internationale Überweisung funktioniert, ist von Anbieter zu Anbieter verschieden – fragen Sie den Support vorher, welche Zahlungswege für ausländische Kunden offenstehen. Wenn Sie eine Niederlassung in Kasachstan haben, ist es meist am einfachsten, das Hosting direkt über diese abzurechnen.
Wann der Umstieg auf einen VPS sinnvoll ist
Shared Hosting passt, solange die Website in die gemeinsamen Limits passt und keine besonderen Einstellungen braucht. Ein VPS in Kasachstan lohnt sich, wenn der Shop an ein Warenwirtschaftssystem angebunden werden muss, eine eigene PHP-Version oder Dienste wie Redis braucht, wenn die Last in der Sale-Saison steigt oder wenn Sie für die Rechtskonformität eine separate Datenbank mit Zugriffskontrolle benötigen. Der Standort bleibt im Land, aber die Wartung des Servers übernehmen Sie oder ein Administrator. Brauchen Sie keine Lokalisierung und verteilt sich das Publikum über mehrere Länder, vergleichen Sie die Möglichkeiten in der Auswahl Webhosting in Europa.