VPS-Preise vergleichen: der Preis pro Ressourceneinheit

Der Tarifpreis sagt Ihnen, wie viel Sie zahlen, aber nicht, wie viel Sie dafür bekommen. Laut Katalog von accsly.io mit Stand November 2026 kostet ein Gigabyte Arbeitsspeicher bei einem Tarif mit 1 GB im Median 7,12 € im Monat, bei einem Tarif mit 4 GB nur 4,45 €. Hier lesen Sie, wie Sie den Preis pro vCPU, pro Gigabyte Arbeitsspeicher und Festplatte berechnen und was Sie vereinheitlichen müssen, bevor Sie zwei Angebote vergleichen.

Aktualisiert 05.11.2026 · VPS nach eigenen Anforderungen finden →

Zwei Tarife für je 16 € im Monat können sich beim Arbeitsspeicher um das Doppelte unterscheiden, und ein Tarif für 13 € kann am Ende teurer sein als einer für 19 €, wenn Mehrwertsteuer, eine separate IP-Adresse und eine Einrichtungsgebühr hinzukommen. Für einen fairen Vergleich müssen Sie den Preis durch das teilen, was Sie tatsächlich kaufen, und die Bedingungen auf einen Nenner bringen. Im Folgenden: wie das geht und an welchen Zahlen Sie sich orientieren können.

Warum der Tarifpreis wenig aussagt

Ein Tarif ist ein Paket aus Prozessor, Arbeitsspeicher, Festplatte, Anbindung und Adresse. Der Anbieter verkauft es zu einem Preis, und jede Tariflinie hat ihr eigenes Verhältnis der Ressourcen. Sehen wir uns eine typische „Tarifleiter“ an: den Medianpreis laut Katalog von accsly.io mit Stand November 2026 für vier verbreitete Konfigurationen. Berücksichtigt sind vorrätige VPS-Tarife mit monatlicher Abrechnung. Der Katalog führt die Preise in Rubel, Preise in anderen Währungen sind zum Kurs der Zentralbank Russlands umgerechnet; die Euro-Beträge hier sind zum Kurs vom 5. November 2026 umgerechnet und gerundet. Ob die Mehrwertsteuer enthalten ist, hängt vom Anbieter ab.

KonfigurationPreis pro Monat, MedianPro 1 GB RAMPro 1 vCPUPro 1 GB Festplatte
1 vCPU, 1 GB, 20 GB7,12 € (1.553 Tarife)7,12 €7,12 €0,33 €
2 vCPU, 4 GB, 60 GB18,50 € (2.354)4,63 €9,25 €0,31 €
4 vCPU, 8 GB, 120 GB35,60 € (2.247)4,45 €8,90 €0,29 €
8 vCPU, 16 GB, 240 GB69,99 € (1.304)4,38 €8,75 €0,29 €

Die Festplattengröße in der ersten Spalte ist der Median für diese Kombination aus Kernen und Arbeitsspeicher. Ein Gigabyte Arbeitsspeicher ist beim kleinsten Tarif anderthalbmal so teuer wie beim Tarif mit 4 GB, danach ändert sich der Preis pro Gigabyte kaum noch. Beim Prozessor ist es umgekehrt: Der kleinste Tarif ist pro vCPU der günstigste, weil dort auf einen Kern nur ein Gigabyte Arbeitsspeicher kommt. Die Schlussfolgerung ist einfach: „Günstiger“ ergibt nur bezogen auf die Ressource Sinn, die Ihre Aufgabe braucht.

Bei einzelnen Anbietern sieht es genauso aus. Von 2.010 Anbietern, die im Katalog mindestens drei Tarife mit monatlicher Abrechnung haben, ist bei 686 der billigste Tarif pro Gigabyte Arbeitsspeicher der teuerste der Linie, bei 1.154 liegt er über dem mittleren Gigabytepreis derselben Linie.

So berechnen Sie den Preis pro Einheit

Die Formel ist immer dieselbe: der Monatspreis nach allen unten beschriebenen Korrekturen, geteilt durch die Menge der Ressource. Teilen Sie durch die Ressource, die Sie als Erstes begrenzen wird:

  • Arbeitsspeicher bei Websites mit CMS, Datenbanken, Java- und Node.js-Anwendungen und Containern. Meist entscheidet er, ob ein Tarif ausreicht. Wie Sie den Bedarf abschätzen, erklärt der Artikel Wie viel Arbeitsspeicher und Prozessor eine Website braucht.
  • vCPU bei Builds, Transkodierung, Berechnungen und anderen Aufgaben, die den Prozessor lange auslasten.
  • Festplatte bei Backups, Dateispeicher und Logs. Hier vergleichen Sie den Gigabytepreis getrennt für NVMe, SSD und HDD.

Teilt man den ganzen Preis durch eine einzige Ressource, wird sie zu teuer bewertet, denn im selben Preis stecken auch die übrigen. Um zu sehen, woraus sich der Preis zusammensetzt, haben wir die Tarifpreise des Katalogs per Medianregression in ihre Bestandteile zerlegt, für Tarife bis 16 vCPU, 64 GB Arbeitsspeicher und 1 TB Festplatte. Das Ergebnis: etwa 2,30 € pro vCPU, 1,30 € pro Gigabyte Arbeitsspeicher, 0,08 € pro Gigabyte Festplatte und rund 2,70 € im Monat für den Server an sich, also Adresse, Platz im Panel, Support und Verwaltung. Genau dieser feste Anteil macht kleine Tarife pro Einheit teuer. Die Schätzung ist grob, als Richtwert aber nützlich: Ein Tarif mit 2 vCPU, 4 GB und 60 GB kostet danach rund 17 €. Ein Angebot, das deutlich darüber liegt, sollten Sie auf versteckte Vorteile prüfen oder auslassen.

Nicht alle Einheiten sind gleich

Preise pro Einheit lassen sich nur bei gleichen Einheiten vergleichen. Prüfen Sie vor dem Teilen drei Dinge.

  • Welche vCPU. Ein geteilter und ein dedizierter Kern kosten unterschiedlich viel und verhalten sich unter Dauerlast unterschiedlich; auch Taktfrequenz und Prozessorgeneration machen viel aus. Vergleichen Sie den vCPU-Preis innerhalb einer Klasse. Was sich hinter dem Wort „Kern“ verbirgt, lesen Sie im Artikel So lesen Sie die Tarife eines Anbieters: versteckte Einschränkungen.
  • Welche Festplatte. Laut Katalog von accsly.io mit Stand November 2026 liegt der Median pro Gigabyte bei 0,27 € für Tarife mit NVMe, 0,33 € für SSD und 0,10 € für HDD. NVMe ist im Schnitt nicht teurer als SSD, weil viele Anbieter ihre Haupttariflinien bereits darauf umgestellt haben; den Geschwindigkeitsunterschied erklärt der Artikel NVMe oder SSD. HDD ist dreimal günstiger, eignet sich aber für Archive, nicht für Datenbanken.
  • Welche Anbindung. Ein Port mit 100 Mbit/s und einer mit 1 Gbit/s sind bei gleichen Kernen und gleichem Arbeitsspeicher verschiedene Tarife. Liefert der Server Dateien aus, rechnen Sie auch den Preis pro Terabyte Traffic.

Was Sie auf einen Nenner bringen müssen

Selbst bei gleichen Ressourcen sind die Preise auf den Tarifkarten oft unterschiedlich berechnet. Rechnen Sie vor dem Vergleich jeden Preis in dieselbe Größe um: was Sie bei der gewählten Laufzeit pro Monat zahlen, mit Steuer und Pflichtaufschlägen.

  • Laufzeit. Viele Anbieter zeigen den Monatspreis bei Zahlung für ein oder drei Jahre. Laut Katalog von accsly.io mit Stand November 2026 haben 4.897 VPS-Tarife einen eigenen Preis für lange Laufzeit, und im Median liegt er 17 % unter dem monatlichen. Vergleichen Sie Preise bei gleicher Laufzeit und denken Sie daran, dass eine lange Laufzeit im Voraus bezahlt wird.
  • Mehrwertsteuer. In Deutschland müssen Preise für Verbraucher als Gesamtpreis inklusive Umsatzsteuer angegeben werden (§ 3 PAngV), Angebote für Geschäftskunden sind dagegen oft netto. Elektronische Dienstleistungen an Privatkunden in der EU werden mit dem Steuersatz des Landes des Kunden besteuert (§ 3a UStG); kaufen Sie als Unternehmen mit USt-IdNr. bei einem Anbieter aus einem anderen EU-Land, wird netto abgerechnet und Sie führen die Steuer im Reverse-Charge-Verfahren selbst ab. Russische Anbieter nennen ihre Preise oft mit der russischen Mehrwertsteuer, die seit dem 1. Januar 2026 22 % beträgt (Föderale Steuerbehörde), andere ohne sie. Achten Sie auf den Hinweis „inkl. MwSt.“ oder „zzgl. MwSt.“ und fragen Sie nach, welcher Betrag für Sie tatsächlich gilt.
  • IPv4. Meist ist eine Adresse im Tarif enthalten, aber nicht immer: Im Katalog laufen 236 VPS-Tarife bei 28 Anbietern ganz ohne IPv4. Eine zusätzliche Adresse kostet im Median 1,96 € im Monat, bei einem günstigen Tarif ein spürbarer Aufschlag. Mehr dazu im Artikel IPv4 und IPv6 auf dem Server.
  • Einrichtungsgebühr. Beim VPS ist sie selten: 502 Tarife oder 2 % des Katalogs, im Median rund 8 € einmalig, etwa ein Viertel des Monatspreises. Teilen Sie sie durch die Zahl der Monate, die Sie zahlen wollen.
  • Traffic. Die Trafficbedingungen sind für 19.830 Tarife bekannt, 11.236 davon haben ein Kontingent, im Median 5 TB im Monat. Überschreitet Ihr Server es, rechnen Sie die Kosten für zusätzlichen Traffic hinzu; was nach dem Kontingent passiert, erklärt der Artikel Bandbreite und Traffic eines Servers.
  • Währung. 93 % der VPS-Tarife im Katalog sind nicht in Rubel ausgewiesen, am häufigsten in US-Dollar und Euro, und wer in Euro zahlt, hat es oft mit Dollarpreisen zu tun. Ein Tarif für 20 $ kostet zum Kurs vom 5. November 2026 rund 17,80 €, ändert sich der Kurs um 5 %, verschiebt sich der Preis in Euro um etwa 0,90 € im Monat. Rechnen Sie mit dem Kurs, zu dem Ihre Bank tatsächlich umrechnet, und mit der Gebühr für Zahlungen in Fremdwährung, die viele Karten und Zahlungsdienste berechnen.

Ein Rechenbeispiel

Nehmen wir zwei Angebote mit gleichen Ressourcen, 2 vCPU, 4 GB Arbeitsspeicher und 60 GB Festplatte, und Zahlen nahe an den Medianen des Katalogs. Tarif A kostet 18,50 € im Monat inklusive Mehrwertsteuer, monatliche Zahlung, IPv4 und Einrichtung inbegriffen. Tarif B wird mit „15,35 € im Monat“ beworben: Das ist der Preis bei Jahreszahlung, ohne Mehrwertsteuer, die IPv4-Adresse kostet 1,96 € im Monat, die Einrichtung 4,63 € einmalig.

PostenTarif ATarif B
Server für 12 Monate222,00 €184,20 €
IPv4 für 12 Monateinklusive23,52 €
Einrichtunginklusive4,63 €
Mehrwertsteuer 22 %inklusive46,72 €
Summe für ein Jahr222,00 €259,07 €
Pro Monat18,50 €21,59 €

Der Tarif, der auf der Tarifkarte 17 % günstiger aussah, ist tatsächlich 17 % teurer. Und wird das Projekt nach drei Monaten eingestellt oder passt der Server nicht, zahlen Sie für Tarif A 55,50 €, für Tarif B dagegen den gesamten Jahresbetrag, wenn der Anbieter ungenutzte Monate nicht erstattet. Die Laufzeit vergleicht man deshalb nicht nur nach dem Preis, sondern auch nach dem Risiko; über Rückerstattung und Testphasen informiert der Artikel Testphase und Geld-zurück-Garantie.

Reihenfolge beim Vergleich

  1. Bestimmen Sie die Ressource, die Ihre Aufgabe als Erstes begrenzt, und die Mindestmengen der übrigen.
  2. Wählen Sie Tarife mit passenden Ressourcen derselben Klasse aus: gleiche Art von Kernen und Festplatte, gleiche Portgeschwindigkeit.
  3. Bringen Sie die Preise auf dieselbe Laufzeit, dieselbe steuerliche Grundlage und dieselbe Währung.
  4. Rechnen Sie die Pflichtaufschläge hinzu: IPv4, die auf die Laufzeit verteilte Einrichtung, Traffic über dem Kontingent, Lizenzen.
  5. Teilen Sie die Summe durch die Menge der Hauptressource und vergleichen Sie den Preis pro Einheit.
  6. Prüfen Sie bei den zwei oder drei besten Angeboten, was sich nicht in Zahlen ausdrücken lässt: Festplatten- und Netzgeschwindigkeit auf einem Testserver, Support, Rückerstattungsbedingungen.

Tarife mit dem passenden Arbeitsspeicher finden Sie am einfachsten in den Auswahlen des Katalogs: günstige VPS mit 2 GB, günstige VPS mit 4 GB und günstige VPS mit NVMe; alle preiswerten Tarife sind auf der Seite günstige VPS gesammelt. Wie Sie eine Konfiguration von Grund auf wählen, beschreibt der Artikel So wählen Sie einen VPS.

Häufige Fragen

Wie berechne ich den VPS-Preis pro Gigabyte Arbeitsspeicher?

Teilen Sie den Monatspreis des Tarifs durch den Arbeitsspeicher in Gigabyte, nachdem Sie den Preis auf dieselbe Laufzeit gebracht und Mehrwertsteuer und Pflichtaufschläge hinzugerechnet haben. Laut Katalog von accsly.io mit Stand November 2026 liegt der Median zwischen 7,12 € pro Gigabyte bei Tarifen mit 1 GB und 4,38 € bei Tarifen mit 8 vCPU und 16 GB.

Warum sind kleine VPS-Tarife pro Ressource teurer?

Im Preis jedes Tarifs steckt ein fester Anteil für IP-Adresse, Platz im Panel, Support und Verwaltung. Laut Katalog von accsly.io sind das rund 2,70 € im Monat: Bei einem Tarif für 7 € ist das mehr als ein Drittel des Preises, bei einem Tarif für 65 € nur wenige Prozent.

Was kostet eine vCPU bei einem VPS im Durchschnitt?

Zerlegt man die Tarifpreise des Katalogs von accsly.io in ihre Bestandteile, ergeben sich mit Stand November 2026 etwa 2,30 € im Monat pro vCPU, 1,30 € pro Gigabyte Arbeitsspeicher und 0,08 € pro Gigabyte Festplatte. Dedizierte und hochgetaktete Kerne kosten mehr als geteilte.

Ist die Mehrwertsteuer im VPS-Preis enthalten?

Das hängt vom Anbieter und von Ihnen ab. In Deutschland müssen Preise für Verbraucher die Umsatzsteuer enthalten, Angebote für Geschäftskunden sind oft netto, und innerhalb der EU rechnen Unternehmen mit USt-IdNr. im Reverse-Charge-Verfahren ab. Russische Anbieter nennen Preise mit 22 % russischer Mehrwertsteuer oder ohne sie. Achten Sie auf den Hinweis in der Preisliste oder im Vertrag.

Lohnt es sich, einen VPS gleich für ein Jahr zu bezahlen?

Laut Katalog von accsly.io mit Stand November 2026 ist eine lange Laufzeit im Median 17 % günstiger als monatliche Zahlung. Das lohnt sich, wenn Sie sich bei Anbieter und Projektdauer sicher sind: Bei vorzeitiger Kündigung erstatten nicht alle Anbieter die ungenutzten Monate.

Ist NVMe bei einem VPS teurer als SSD?

Im Schnitt nicht: Laut Katalog von accsly.io mit Stand November 2026 kostet ein Gigabyte bei Tarifen mit NVMe im Median 0,27 € im Monat, mit SSD 0,33 €. Günstiger ist nur HDD mit rund 0,10 € pro Gigabyte, sie eignet sich aber für Archive, nicht für Datenbanken.

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