Windows-VPS für 1C

Ein gemieteter Server für 1C erspart den Bürorechner unter dem Schreibtisch, den niemand aktualisiert und niemand sichert. Doch 1C auf einem VPS hat seine Eigenheiten: Die Softwarelizenz wird an die Parameter der virtuellen Maschine gebunden, Benutzer brauchen Lizenzen für 1C und für Windows, und die Taktfrequenz der Kerne zählt mehr als ihre Anzahl. Hier erfahren Sie, wie Sie einen Server für 1C in einem kleinen Unternehmen zusammenstellen.

Aktualisiert 01.11.2026 · VPS nach eigenen Anforderungen finden →

Der Artikel richtet sich an Unternehmen, in denen 1–10 Personen mit den 1C-Konfigurationen für Buchhaltung, Handel oder Lohn und Personal arbeiten und die Datenbank vom Bürorechner auf einen Server im Rechenzentrum verlegen möchten. Wie die Lizenz von Windows Server selbst funktioniert und wie Sie die RDP-Anmeldung absichern, erklärt ausführlich der Artikel Windows-VPS: Lizenzierung, RDP und sichere Anmeldung. Hier geht es um das, was 1C hinzufügt.

Drei Betriebsmodelle

Dateidatenbank und Remotedesktop. Die Datenbank liegt auf dem Server, dort ist auch die 1C-Plattform installiert, und die Benutzer verbinden sich per RDP mit dem Server und arbeiten in eigenen Sitzungen. Das ist die einfachste Variante: Außer Windows und 1C muss nichts installiert werden. Sie passt für 1–5 Benutzer. Mit mehr Personen und einer größeren Datenbank wird der Dateimodus bei gleichzeitigen Schreibzugriffen langsam, und eine bei einem Ausfall beschädigte Datenbankdatei trifft alle zugleich.

Client-Server-Variante. Auf dem VPS laufen der 1C:Enterprise-Server und ein Datenbanksystem – Microsoft SQL Server oder PostgreSQL. Die Benutzer verbinden sich mit dem Thin Client oder per RDP. Dieses Modell verkraftet mehr Benutzer und große Datenbanken, braucht aber eine Lizenz für den 1C-Server, mehr Arbeitsspeicher und einen Administrator, der es einrichten kann. Meist wechselt man dorthin, wenn mehr als fünf Personen arbeiten oder die Datenbank einige Gigabyte überschritten hat.

Veröffentlichung auf einem Webserver. Die Datenbank wird über IIS oder Apache veröffentlicht, und die Benutzer arbeiten im Browser oder im Thin Client über HTTPS, ohne Remotedesktop. Lizenzen für RDP-Sitzungen sind dann nicht nötig, aber nicht alle externen Verarbeitungen und nicht jede Hardware funktionieren über den Web-Client. Oft kombiniert man dieses Modell mit RDP für die Buchhaltung, die vollen Zugriff braucht.

1C-Lizenzen auf einem virtuellen Server

  • Client-Lizenzen sind immer nötig: eine pro gleichzeitiger Verbindung. Im Dateimodus über RDP arbeiten alle Benutzer auf einem Server, und die Lizenzen werden dort aktiviert.
  • Eine Lizenz für den 1C-Server brauchen Sie nur für die Client-Server-Variante. Für kleine Unternehmen gibt es die Version „Server MINI“ für 5 Verbindungen, Client-Lizenzen sind dazu trotzdem nötig.
  • Die Softwarelizenz wird an die Parameter der Maschine gebunden: Netzwerkname, Arbeitsspeichergröße, Prozessor- und Mainboard-Modell, Netzwerkkarte. Bei einem virtuellen Server sind das die Parameter, die die virtuelle Maschine meldet. Hat der Hoster den Server auf einen Knoten mit anderem Prozessor verlegt oder haben Sie beim Tarifwechsel den Arbeitsspeicher verkleinert, kann die Lizenz ungültig werden.
  • Die erneute Aktivierung erfolgt mit einem Reserve-PIN-Code: Zur Lizenz gehören ein Haupt- und zwei Reserve-PIN-Codes. Sind die Reserve-Codes aufgebraucht, vergibt die Firma 1C auf Anfrage neue. Mehr Arbeitsspeicher oder Festplatte setzt die Lizenz in der Regel nicht zurück, eine Verkleinerung schon.

Einen USB-Hardwareschlüssel können Sie an einen virtuellen Server nicht direkt anschließen, deshalb verwendet man auf einem VPS Softwarelizenzen. Fragen Sie vor der Miete beim Hoster nach, ob sich die Parameter der virtuellen Maschine beim Verlegen zwischen Knoten und beim Tarifwechsel ändern. Sichert der Hoster zu, Prozessormodell und MAC-Adresse beizubehalten, halten die Lizenzen jahrelang.

Windows-Lizenzen für 1C-Benutzer

Windows Server lässt ohne zusätzliche Lizenzen zwei gleichzeitige RDP-Verbindungen zu, und diese sind für die Administration gedacht. Arbeiten drei oder mehr Buchhalter per Remotedesktop in 1C, brauchen Sie die Rolle Remote Desktop Session Host und eine Lizenz pro Benutzer. Beim Hoster ist das die monatliche RDS SAL, und für ein kleines Team kann sie ähnlich viel kosten wie der Server selbst. Klären Sie den Preis vor der Bestellung.

Ein weiterer Weg ist ein 1C-Server unter Linux. Die Plattform unterstützt den 1C:Enterprise-Server unter Linux mit PostgreSQL; dann ist keine Windows-Server-Lizenz nötig, und die Benutzer arbeiten mit dem Thin Client. Das spart Geld, erfordert aber einen Administrator, der sich mit Linux und PostgreSQL auskennt.

Wie viel Arbeitsspeicher und wie viele Kerne

Windows Server 2022 startet laut den Anforderungen von Microsoft mit 2 GB Arbeitsspeicher, für Windows Server 2025 mit Desktop empfiehlt Microsoft 4 GB. Darüber hinaus belegt jede 1C-Sitzung per RDP im Schnitt 300–500 MB, und 1C-Server und Datenbanksystem nehmen sich in der Client-Server-Variante Speicher für den Datenbank-Cache. Richtwerte für typische Konfigurationen:

BenutzerModellKerneArbeitsspeicherFestplatte
1–2Dateidatenbank, RDP24 GBab 60 GB NVMe
3–5Dateidatenbank, RDP48 GBab 80 GB NVMe
5–101C-Server und Datenbanksystem, RDP oder Thin Client4–816 GBab 120 GB NVMe

Das sind Startwerte, keine feste Regel: Schwere Konfigurationen wie „Komplexe Automatisierung“ und der Datenaustausch mit einer Website brauchen mehr. Sehen Sie sich nach einem Monat Betrieb die Auslastung im Task-Manager an und vergrößern Sie bei Bedarf den Tarif – mit Blick auf die Softwarelizenz.

Für 1C zählt die Taktfrequenz der Kerne mehr als ihre Anzahl: Das Buchen von Belegen und der Monatsabschluss laufen überwiegend in einem Thread. Suchen Sie Tarife mit Prozessoren ab 3 GHz, Auswahl: VPS mit hoher Taktfrequenz. Nehmen Sie nur NVMe: Die Dateidatenbank liest und schreibt ständig in kleinen Portionen, mehr dazu im Artikel NVMe oder SSD: Gibt es einen Unterschied für die Website?

Was ein Server für 1C kostet

Laut accsly-Katalog vom 1. November 2026 kosten Tarife in russischen Rechenzentren, auf denen sich Windows installieren lässt, Folgendes (aus Rubel umgerechnet und gerundet):

  • 4 GB Arbeitsspeicher: im Marktmedian etwa 14 € im Monat, ein Viertel der Tarife unter etwa 10,50 €;
  • 8 GB: Median etwa 27 €, ein Viertel unter etwa 19 €;
  • 16 GB: Median etwa 59 €.

Beachten Sie: Bei einem Teil der Tarife ist die Windows-Lizenz im Preis enthalten, bei anderen kommt sie als Option hinzu, und dann steigt der Gesamtpreis. RDS-Lizenzen für die Benutzer und 1C-Lizenzen werden separat bezahlt. Windows-Tarife in Russland bei Hostern, die an Unternehmen fakturieren, finden Sie in der Auswahl VPS für 1C, alle Windows-Tarife in den Auswahlen VPS mit Windows und RDP-Server.

Als Standort für einen 1C-Server kommt fast immer Russland in Frage: Personenbezogene Daten von Mitarbeitern und Geschäftspartnern müssen laut russischem Gesetz in Datenbanken im Inland gespeichert werden, der Datenaustausch mit Banken und der elektronische Dokumentenaustausch laufen schneller, und das Unternehmen erhält die erforderlichen Abrechnungsbelege. Mehr dazu im Artikel Wie Sie das Land für Ihren Server wählen.

Backups der Datenbank

Snapshots der Festplatte, die der Hoster erstellt, schützen vor einem Serverausfall, aber nicht vor dem Fehler einer Buchhalterin, die vor einer Woche Belege gelöscht hat. Für 1C brauchen Sie eigene Kopien:

  • Dateidatenbank – Export in eine .dt-Datei aus dem Konfigurator oder eine Kopie der Datei 1Cv8.1CD, wenn niemand in der Datenbank arbeitet, etwa nachts per Zeitplan;
  • Client-Server-Datenbank – regelmäßiger Dump mit den Mitteln des Datenbanksystems: Backup in SQL Server oder pg_dump für PostgreSQL.

Bewahren Sie die Kopien außerhalb des Servers auf und prüfen Sie mindestens einmal im Quartal, dass sich die Datenbank daraus wiederherstellen lässt. Wie Sie das einrichten, beschreibt der Artikel VPS-Backups: Strategien und Werkzeuge.

Checkliste vor der Bestellung

  • Das Modell steht fest: Dateidatenbank per RDP, Client-Server-Variante oder Veröffentlichung auf einem Webserver.
  • Die 1C-Client-Lizenzen und bei Bedarf die Serverlizenz sind kalkuliert.
  • Der Preis für Windows im Tarif und für RDS SALs bei mehr als zwei Benutzern ist bekannt.
  • Der Hoster hat bestätigt, dass sich die Parameter der virtuellen Maschine beim Verlegen zwischen Knoten nicht ändern.
  • Prozessor ab 3 GHz, NVMe-Festplatte, Arbeitsspeicher mit Reserve laut Tabelle oben.
  • Der Server steht in Russland, der Hoster stellt Rechnungen und Abrechnungsbelege auf das Unternehmen aus.
  • Die RDP-Anmeldung ist nur für die Adressen des Büros und der Mitarbeiter offen, Backups der Datenbank außerhalb des Servers sind eingerichtet.

Häufige Fragen

Kann man mit 1C auf einem VPS arbeiten?

Ja. Meist legt man die Datenbank auf einen Windows-Server, und die Benutzer arbeiten per Remotedesktop darin. Für 5–10 Benutzer und große Datenbanken installiert man einen 1C-Server mit SQL Server oder PostgreSQL oder veröffentlicht die Datenbank auf einem Webserver.

Wie viel Arbeitsspeicher braucht ein VPS für 1C?

Für 1–2 Benutzer einer Dateidatenbank per RDP etwa 4 GB, für 3–5 Benutzer 8 GB, für die Client-Server-Variante mit 5–10 Benutzern ab 16 GB. Wichtiger als die Zahl der Kerne ist ihre Taktfrequenz: ab 3 GHz.

Wird die 1C-Lizenz auf einem VPS ungültig?

Die Softwarelizenz ist an die Parameter der virtuellen Maschine gebunden. Sie kann eine erneute Aktivierung verlangen, wenn Sie den Arbeitsspeicher verkleinern oder der Hoster den Server auf einen Knoten mit anderem Prozessor verlegt. Dafür liegen zwei Reserve-PIN-Codes bei.

Brauche ich eine Lizenz für den 1C-Server?

Nur für die Client-Server-Variante. Bei einer Dateidatenbank, in der die Benutzer per RDP arbeiten, genügen Client-Lizenzen. Für kleine Unternehmen gibt es „Server MINI“ für 5 Verbindungen.

Wie viele Buchhalter können gleichzeitig auf einem Windows-VPS arbeiten?

Ohne zusätzliche Lizenzen akzeptiert Windows Server zwei RDP-Verbindungen für die Administration. Arbeiten drei oder mehr Personen, brauchen Sie RDS-Lizenzen für jeden Benutzer, beim Hoster werden sie monatlich bezahlt.

Was kostet ein VPS für 1C?

Laut accsly-Katalog vom 1. November 2026 kostet ein Tarif mit 4 GB Arbeitsspeicher in einem russischen Rechenzentrum, auf dem sich Windows installieren lässt, im Marktmedian etwa 14 € im Monat, mit 8 GB etwa 27 € (aus Rubel umgerechnet und gerundet). Lizenzen für Windows, RDS und 1C können separat anfallen.

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