So wählen Sie Webhosting für einen Onlineshop
Einem kleinen Shop mit WooCommerce, OpenCart oder 1C-Bitrix reicht ein guter Shared-Hosting-Tarif. Die Anforderungen sind aber strenger als bei einer Visitenkarten-Website: aktuelle Versionen von PHP und Datenbank, HTTPS auf allen Seiten, Reserven bei den Limits für Rabattaktionen und Backups, aus denen sich Bestellungen schnell wiederherstellen lassen. Im Folgenden: was Sie im Tarif prüfen sollten, was er kostet und wann der Umstieg auf einen VPS fällig ist.
Ein Shop unterscheidet sich von einer gewöhnlichen Website dadurch, dass jede Minute Ausfall Geld kostet und sich die Datenbank ständig ändert: Bestellungen, Lagerbestände, Kunden. Deshalb wählen Sie das Hosting nach vier Punkten: ob die Umgebung zum CMS passt, wie HTTPS und Zahlung gelöst sind, ob das Konto einem Ansturm von Käufern standhält und ob es eine aktuelle Kopie der Datenbank gibt. Den allgemeinen Vergleich von Hosting und VPS finden Sie im Artikel Webhosting oder VPS für eine Website, hier geht es nur um den Shop.
Anforderungen verbreiteter CMS
Beginnen Sie mit den offiziellen Anforderungen Ihrer Plattform und vergleichen Sie sie mit der Tarifbeschreibung:
| CMS | PHP | Datenbank | Weiteres |
|---|---|---|---|
| WooCommerce | 8.3 und neuer | MySQL 8.0+ oder MariaDB 10.6+ | PHP-Speicher ab 256 MB, HTTPS |
| OpenCart | 8.0 und neuer | MySQL oder MariaDB (MySQLi oder PDO) | Erweiterungen cURL, GD, mbstring, ZipArchive, zlib, OpenSSL |
| 1C-Bitrix: Site Management | 8.2 | MySQL 8.0 und neuer | Apache 2.0+ oder Nginx |
Quellen: Empfehlungen von WooCommerce, Dokumentation von OpenCart und Systemanforderungen von 1C-Bitrix, einem in Russland und der GUS verbreiteten CMS. Der Hersteller von Bitrix schreibt ausdrücklich, dass jedes Hosting passt, das diese Anforderungen erfüllt. WooCommerce lässt auch die alten Versionen PHP 7.4 und MySQL 5.6 zu, warnt aber, dass ihr Support beendet ist und sie unsicher sind.
Die PHP-Versionen stehen selten in der Tarifbeschreibung. Laut Katalog von accsly.io mit Stand November 2026 sind von 1.469 Tarifen, die für einen Shop passen, bei 127 PHP-Versionen genannt und nur bei 39 PHP 8.3 oder neuer. Fragen Sie deshalb vor der Zahlung den Support nach den Versionen von PHP und Datenbank, nach dem PHP-Speicherlimit (memory_limit) und danach, ob Sie die Version im Panel selbst wechseln können.
Neben den Versionen braucht ein Shop:
- Cron-Jobs. Darüber laufen der Import von Lagerbeständen, der Export an Marktplätze, E-Mails zu abgebrochenen Warenkörben und das Leeren des Caches.
- Zwei oder mehr Datenbanken. Die zweite brauchen Sie für eine Testkopie des Shops, auf der Updates vor der Veröffentlichung geprüft werden.
- Reserven bei Speicherplatz und Inodes. Produktfotos, Miniaturen und Cache belegen schnell Zehntausende Dateien. Das Limit für die Zahl der Dateien ist manchmal strenger als das für den Speicherplatz; mehr dazu im Artikel Hosting-Tarife richtig lesen.
- E-Mail unter der Domain. Bestellbestätigungen gehen im Namen des Shops hinaus, und ohne SPF- und DKIM-Einträge landen sie im Spam.
SSL und Zahlungsseiten
Ein Shop läuft nur über HTTPS: Darauf beruhen die Anmeldung im Kundenkonto, der Warenkorb und die Formulare mit Telefonnummer und Adresse. Ein kostenloses Zertifikat von Let's Encrypt eignet sich für einen Shop genauso wie ein kostenpflichtiges, Ausstellung und Verlängerung übernimmt das Control Panel des Hostings. Im Katalog ist kostenloses SSL bei 488 Tarifen für Shops angegeben, bei 11 fehlt es ausdrücklich, bei den übrigen ist es nicht genannt, klären Sie das also vor der Zahlung. Worin sich die Zertifikatstypen unterscheiden und wann sich ein kostenpflichtiges lohnt, erklärt der Artikel SSL-Zertifikate: kostenlos und kostenpflichtig.
Kartendaten sollten Sie auf Ihrem Hosting am besten gar nicht annehmen. Binden Sie die Zahlung so ein, dass der Käufer die Karte auf der Seite des Zahlungsdienstes oder in dessen Widget eingibt und der Shop nur den Zahlungsstatus erhält. Dann laufen keine Kartennummern über Ihren Server, und die Anforderungen des Standards PCI DSS an das Hosting sinken auf ein Minimum. Liegt das Formular zur Karteneingabe auf Ihrer eigenen Website, reicht gewöhnliches Shared Hosting nicht mehr aus, und Sie müssen ein solches Modell mit dem Zahlungsdienst abstimmen.
Lastspitzen: Rabattaktionen und Newsletter
Beim Hosting hat jedes Konto Limits, und ein Shop stößt gerade an seinen besten Tagen daran: Rabattaktion, Newsletter an den Kundenstamm, Werbung. In CloudLinux zum Beispiel, auf dem viele Hostings laufen, sind einem Konto standardmäßig 20 gleichzeitige PHP-Aufrufe und 1 GB Arbeitsspeicher für Prozesse erlaubt. Kommen mehr Käufer, antwortet die Website mit dem Fehler 508, und ein Teil der Bestellungen geht verloren.
Was hilft:
- beim Anbieter die tatsächlichen Limits für Prozesse, Arbeitsspeicher und Prozessor im gewählten und im nächstgrößeren Tarif erfragen;
- den Seitencache für den Katalog aktivieren und Bilder über ein CDN ausliefern, siehe den Artikel CDN: wann eine Website eines braucht;
- vor einer großen Aktion den Shop auf einer Testkopie unter Last prüfen, den Ablauf beschreibt der Artikel Lasttest einer Website vor dem Start;
- einen Tarif ohne Trafficbegrenzung wählen, damit ein Besucheransturm keine Nachzahlung auslöst: Webhosting mit unbegrenztem Traffic.
Backups
Für einen Shop zählt nicht nur die Kopie selbst, sondern auch, wie aktuell sie ist. Eine Kopie von vor einer Woche bedeutet verlorene Bestellungen einer ganzen Woche. Backups sind bei 395 Tarifen für Shops angegeben, bei den übrigen hat der Anbieter sie nicht beschrieben. Klären Sie drei Dinge: wie oft Dateien und Datenbank gesichert werden, wie viele Tage die Kopien aufbewahrt werden und ob Sie sie selbst im Panel wiederherstellen können.
Auch bei guten Backups des Anbieters sollten Sie eine eigene Kopie haben: einen täglichen Datenbank-Export und ein wöchentliches Archiv der Dateien an einem anderen Ort, in einem Cloud-Speicher oder auf einem anderen Server. Prüfen Sie einmal im Quartal die Wiederherstellung auf einer Testkopie. Mehr zu Aufbewahrungsschemata im Artikel VPS-Backups: Strategien und Werkzeuge.
Sicherheit eines Shops auf dem Hosting
Für den Server ist beim Hosting der Anbieter zuständig, für das CMS selbst aber der Shopbetreiber. Meist werden Shops über veraltete Module und Themes angegriffen, nicht über den Server. Was Sie vom ersten Tag an tun sollten:
- CMS, Module und Themes aktualisieren, sobald Sicherheitskorrekturen erscheinen. Zuerst wird das Update auf der Testkopie in der zweiten Datenbank geprüft, dann auf der Live-Website eingespielt.
- Überflüssiges entfernen. Ungenutzte Module, alte Themes und Kopien der Website in Ordnern wie /old oder /backup bleiben aus dem Internet erreichbar und werden zum Einfallstor.
- Den Admin-Zugang schützen. Eigene Konten für jeden Mitarbeiter, Zwei-Faktor-Authentifizierung, wenn das CMS sie unterstützt, und ein starkes Passwort für das Control Panel.
- Zugänge trennen. Ein Dienstleister bekommt einen eigenen FTP- oder SSH-Benutzer, der nur auf den Ordner der Website zugreift, nicht das Passwort für das ganze Panel. Nach Abschluss der Arbeiten wird der Zugang gelöscht.
Fragen Sie den Anbieter, ob auf dem Server Dateien auf Schadcode geprüft werden und ob es einen Schutz gegen das Durchprobieren von Passwörtern gibt. Findet der Anbieter Schadcode, kann er die Website vorübergehend sperren, und auch für diesen Fall brauchen Sie ein sauberes Backup.
Was Hosting für einen Shop kostet
Die Preise stammen aus dem Katalog von accsly.io mit Stand November 2026, berücksichtigt sind vorrätige Tarife mit monatlicher Abrechnung, Preis pro Monat. Der Katalog führt die Preise in Rubel; die Euro-Beträge sind zum Kurs der Zentralbank Russlands vom 7. November 2026 umgerechnet und gerundet. Als Shop-Tarif gilt hier Hosting mit mindestens zwei Datenbanken und 10 GB Speicherplatz.
| Variante | Alle Standorte |
|---|---|
| Hosting für Shops, ein Viertel der Tarife ist günstiger als | 4,50 € |
| Hosting für Shops, Median | 8,00 € (1.469 Tarife) |
| Hosting für 1 Website, Median | 3,50 € (977) |
| VPS 2 vCPU, 4 GB, Median | 18,90 € (2.440) |
| VPS 4 vCPU, 8 GB, Median | 35,80 € (2.335) |
Der günstigste Tarif für eine Website passt meist nicht zu einem Shop: Er hat nur eine Datenbank und wenig Speicherplatz. Tarife, die kostenloses SSL und Backups zugleich bieten, kosten in der Marktmitte 8,90 € im Monat (369 Tarife). Etwa ein Viertel der Hosting-Tarife gibt es nur mit Jahresvorauszahlung, vergleichen Sie deshalb den Preis pro Monat. Eine Auswahl finden Sie unter Webhosting für Onlineshops, und wenn die Datenbank schnell sein soll, unter Webhosting mit NVMe.
Wann ein Shop einen VPS braucht
Hosting passt nicht mehr, wenn der Shop Aufgaben bekommt, die nicht in ein gemeinsames Konto passen:
- Fehler 508 oder 503 treten an normalen Tagen auf, nicht nur bei Rabattaktionen;
- der Katalog umfasst Zehntausende Artikel mit Filtern, und Kategorieseiten laden mehrere Sekunden;
- der Import aus der Warenwirtschaft dauert Stunden und bricht am Zeitlimit für Skripte ab;
- Sie brauchen Redis, eine Suchmaschine, Warteschlangen oder eine eigene Webserver-Konfiguration.
Für einen solchen Shop reicht meist ein VPS mit 2–4 vCPU und 4–8 GB Arbeitsspeicher: VPS für Onlineshops. Woran Sie erkennen, dass sich der Umzug lohnt, beschreibt der Artikel Wann sich der Umstieg von Shared Hosting auf einen VPS lohnt, den Umzug selbst ohne Ausfall der Artikel So ziehen Sie eine Website vom Shared Hosting auf einen VPS um.