VPS in Seattle: Nordwesten der USA, Kanada und der kurze Weg nach Japan
Seattle ist der wichtigste Netzknoten im pazifischen Nordwesten der USA. Zentrum der lokalen Konnektivität ist das Westin Building Exchange im Geschäftsviertel, in dem Hunderte Netzbetreiber präsent sind, und gleich daneben arbeitet der Seattle Internet Exchange (SIX), gemessen an der Teilnehmerzahl einer der größten Internetknoten der USA. An der Küste von Washington und dem benachbarten Oregon landen transpazifische Kabel nach Japan und in andere Länder Asiens an, und im Landesinneren, entlang des Columbia River, sind dank günstiger Wasserkraft riesige Campus von Cloud-Unternehmen entstanden. Der VPS-Markt in Seattle ist kleiner als in Los Angeles, doch die Stadt hat eine klare eigene Rolle.
Für wen Seattle passt
- Publikum im Nordwesten der USA: Washington, Oregon, Idaho, Montana. Für diese Nutzer liegt ein lokaler Server 15–25 ms näher als ein kalifornischer.
- Nutzer in Westkanada. Nach Vancouver sind es von Seattle etwa 5 ms, nach Calgary kaum mehr. Ist die kanadische Jurisdiktion wichtig, vergleichen Sie mit den Tarifen auf der Seite VPS in Kanada.
- Dienste für die USA und Japan. Von Seattle nach Tokio sind es meist 90–100 ms – eine der kürzesten Routen vom US-Festland nach Asien. Nach Seoul etwa 120–140 ms.
- Entwicklung und Tests nahe den Cloud-Regionen des Nordwestens: Liegt die Hauptinfrastruktur des Projekts bereits in diesen Clouds, hat ein Hilfsserver in Seattle minimale Latenz dorthin.
Seattle oder Los Angeles
Beide Städte liegen an der Pazifikküste, und die Wahl zwischen ihnen entscheidet Asien. Los Angeles ist besser mit China, Hongkong, Südostasien und Australien verbunden, dort gibt es mehr Tarife und eine größere Auswahl günstiger Konfigurationen. Seattle gewinnt bei Japan, Korea und Kanada sowie für die nördliche Hälfte der Westküste. Zwischen den Städten liegen etwa 25–30 ms: Für eine Website mit Publikum aus den ganzen USA ist der Unterschied kaum spürbar, für einen Gameserver oder Sprachverbindungen schon. Sitzt das Hauptpublikum in Japan, schauen Sie besser gleich bei VPS in Tokio. Den Überblick über die Küsten gibt die Seite VPS in den USA.
Ping aus Europa
Von Frankfurt und London nach Seattle sind es meist 140–150 ms, aus Ost- und Südeuropa etwas mehr: Der Traffic läuft über den Atlantik und quer über den Kontinent. Für Website, API und Backend mit amerikanischem oder japanischem Publikum ist das kein Hindernis, aber einen Server von Europa aus per Remote-Desktop zu bedienen, ist unbequem, und für Spiele und Anrufe mit europäischen Nutzern ist diese Latenz zu hoch. Prüfen Sie den Ping zur Test-IP oder zum Looking Glass des Anbieters von Ihrem Anschluss aus.
Wo der Server tatsächlich steht
„Seattle“ in der Tarifbeschreibung kann verschiedene Orte bedeuten. Ein Teil der Rechenzentren liegt in der Stadt selbst, ein Teil in den südlichen Vororten wie Tukwila und Kent. Unter demselben Namen werden manchmal auch Standorte im Zentrum des Bundesstaats jenseits der Berge angeboten, wo Strom günstiger ist, oder sogar im Raum Portland in Oregon. Die Latenz von dort nach Seattle reicht von wenigen bis 10–15 ms. Für eine Website ist das unkritisch, haben Sie die Stadt aber wegen des Pings zu bestimmten Nutzern oder einer Cloud-Region gewählt, fragen Sie nach dem Rechenzentrum und machen Sie nach dem Start ein Traceroute.
Prüfen Sie dabei auch Trafficlimit, Portbandbreite und einen Basisschutz gegen DDoS-Angriffe: Bei günstigen Tarifen im Nordwesten ist der Port mitunter geteilt und die Filterung eine kostenpflichtige Option. Brauchen Sie einen Windows-Server, klären Sie, ob die Lizenz im Preis enthalten ist.
Seattle liegt in der Pacific Time, neun Stunden hinter Mitteleuropa. Der Arbeitstag des lokalen Supports beginnt bei uns erst am späten Nachmittag. Wählen Sie für dringende Fragen daher Anbieter mit Support rund um die Uhr und planen Sie Migrationen und Updates im Voraus.
Recht im Bundesstaat und Bezahlung
Ein allgemeines Bundesgesetz zum Datenschutz gibt es in den USA nicht. Im Bundesstaat Washington gilt seit 2024 der My Health My Data Act für Gesundheitsdaten: Erhebt ein Dienst solche Angaben über Einwohner des Bundesstaats, braucht er eine gesonderte Einwilligung und eine veröffentlichte Richtlinie. Eine gewöhnliche Website oder einen Onlineshop betrifft das nicht. Beschwerden von Rechteinhabern bearbeiten die Anbieter nach dem bundesweiten DMCA. Verarbeiten Sie Daten von Menschen in der EU, gilt die DSGVO: Achten Sie auf einen Auftragsverarbeitungsvertrag und eine Grundlage für die Übermittlung in die USA.
Bezahlt werden Tarife in Seattle überwiegend per Kreditkarte oder PayPal; viele Anbieter akzeptieren auch Kryptowährung als Zahlungsweg, Unternehmen erhalten eine Rechnung. Die Zahlungswege jedes Tarifs stehen in der Spalte „Zahlung“ der Tabelle oben.