VPS in Falkenstein: großer Campus in einer kleinen Stadt
Falkenstein ist ein Städtchen im Vogtland, im Südwesten Sachsens, mit weniger als zehntausend Einwohnern. Zum Hosting-Standort hat es ein großer deutscher Anbieter gemacht, der hier einen Campus aus vielen Gebäuden gebaut hat. Andere Rechenzentren dieser Größenordnung gibt es in der Stadt nicht, daher stehen fast alle Tarife mit diesem Standort auf die eine oder andere Weise in einem einzigen Campus: entweder beim Eigentümer selbst oder bei Anbietern, die bei ihm Server mieten und die Ressourcen unter eigener Marke weiterverkaufen.
Warum ein Rechenzentrum in der Provinz
Die Logik ist einfach: Grundstücke und Strom sind in der Provinz günstiger als in Frankfurt, und das Netz zu den großen Knoten lässt sich über eigene Glasfaserleitungen führen. Der Campus-Betreiber ist an Internetknoten in Frankfurt und anderen Städten angeschlossen, daher wirkt ein Server in Falkenstein für den Nutzer fast wie ein Frankfurter:
- nach Frankfurt etwa 5–8 ms, nach Prag 5–10 ms, nach Wien und Warschau 10–20 ms;
- nach Amsterdam und London etwa 15–20 ms;
- nach Berlin, München und Zürich meist 5–15 ms.
Die Einsparung beim Standort fließt in den Preis: Für dasselbe Geld bekommt man hier häufig mehr Kerne, RAM und NVMe als in einer Hub-Stadt. Den Überblick über das Land mit DSGVO-Regeln und Abuse-Richtlinien gibt die Seite VPS in Deutschland.
Eigener Tarif oder Weiterverkauf
Das Wichtigste, was man über Falkenstein wissen sollte: Viele Tarife in der Tabelle oben laufen physisch auf derselben Hardware, werden aber von verschiedenen Firmen verkauft. Ein Reseller kann bequemere Zahlungswege, ein Panel in Ihrer Sprache oder eine Virtualisierung anbieten, die der Campus-Betreiber nicht hat. Im Gegenzug kommt ein weiteres Glied in der Kette hinzu: Hat der Reseller Probleme, seine Server zu bezahlen, oder stellt er den Betrieb ein, verschwindet Ihre Maschine mit ihm.
Deshalb bei der Auswahl:
- fragen Sie, auf welcher Hardware der Tarif läuft und wie oft der Reseller Backups der virtuellen Maschinen macht;
- prüfen Sie, wie lange es die Firma gibt und ob sie andere Standorte hat, an die man umziehen kann;
- halten Sie eigene Backups außerhalb des Campus, auch wenn der Anbieter eigene verspricht.
Das Modell hat auch einen Vorteil. Haben Sie die Kundenprüfung des Campus-Betreibers nicht bestanden oder passt Ihnen seine Abrechnung nicht, gibt Ihnen ein Reseller Zugang zum selben Netz mit denselben Latenzen. Und passt der Tarif des Resellers nicht mehr, ändert ein Wechsel zu einem anderen Verkäufer im selben Campus den Ping für Ihre Nutzer kaum.
Der Fehler beim Backup: Nürnberg und Falkenstein
Eine häufige Idee: den Hauptserver in Falkenstein und den Ersatzserver in Nürnberg aufstellen, „in einer anderen Stadt“. Das sind tatsächlich verschiedene Gebäude, aber beim selben Netzbetreiber: gemeinsame Backbones, gemeinsamer Angriffsschutz, gemeinsame Regeln für Beschwerden und ein Konto. Eine Störung im Netz des Anbieters oder eine Kontosperrung trifft beide Standorte zugleich. Für ein echtes Backup nimmt man den zweiten Server bei einem anderen Anbieter und in einem anderen Land – etwa in Finnland oder den Niederlanden.
Wofür Falkenstein am besten geeignet ist
- Builds und Tests: CI-Runner brauchen Kerne und schnelle Festplatten, nicht den kürzesten Weg zu den Clouds – Auswahl unter VPS für CI/CD.
- Speicher und Backups, bei denen Speicherplatz pro Euro zählt.
- Backends und Datenbanken für europäische Projekte, wenn das Frontend über ein CDN ausgeliefert wird.
- Gameserver für Spieler aus Mitteleuropa: Deutschland, Tschechien, Polen und Österreich innerhalb von 20 ms.
Was Sie prüfen sollten, wenn im Tarif „Falkenstein“ steht
Die Stadt im Katalog stammt aus der Standortliste des Anbieters. Reseller geben mitunter „Deutschland“ oder „Falkenstein“ für jeden Standort ihres Lieferanten an, klären Sie daher, dass der Server nicht in einer anderen Stadt oder einem anderen Land landet. Prüfen Sie die Test-IP: Eine Route aus dem Campus erkennt man im Traceroute am Netznamen des Anbieters. Und sehen Sie sich die Trafficregeln an: „Unbegrenzt“ ist bei Resellern nicht selten eingeschränkt, und das Kontingent des Lieferanten wird an den Kunden weitergegeben. Klären Sie schließlich, wer auf Beschwerden reagiert: Meist geht die Meldung an den Campus-Betreiber, der sie an den Reseller weiterleitet und dieser an Sie – durch diese Kette bleibt Ihnen weniger Zeit für eine Antwort.
Zur Bezahlung: Der Campus-Betreiber rechnet in Euro ab, mit Kreditkarte, SEPA-Lastschrift, Überweisung und PayPal, und stellt Rechnungen mit ausgewiesener Mehrwertsteuer aus; bei Resellern ist die Auswahl teils breiter, manche akzeptieren auch Kryptowährung als Zahlungsweg. Fragen Sie bei einem Reseller nach dem Auftragsverarbeitungsvertrag – er muss den Unterauftragnehmer, also den Campus-Betreiber, benennen. Die Spalte „Zahlung“ in der Tabelle oben zeigt, was bei jedem Tarif verfügbar ist.