VPS in London: Was die Stadt bietet und wie Sie den Standort prüfen
London ist nicht nur die Hauptstadt des britischen Hostings, sondern einer der Knoten, über die Europa mit Nordamerika verbunden ist. Hier laufen die Trassen der Transatlantikkabel zusammen, die im Südwesten Englands anlanden, dazu die Netze fast aller großen Betreiber des Kontinents. Einen Server in London wählt man daher nicht wegen der britischen IP an sich, sondern wegen der Lage zwischen zwei Märkten und der Netzdichte in der Stadt. Den Überblick über das ganze Land finden Sie auf der Seite VPS in Großbritannien, hier geht es um die Stadt selbst.
Docklands, Slough und „London“ in der Tarifbeschreibung
Die Londoner Rechenzentren konzentrieren sich auf zwei Gebiete. Das erste sind die Docklands im Osten der Stadt: der älteste Cluster, in dem historisch der Internetknoten LINX sitzt und wo die Leitungen der meisten Betreiber ankommen. Das zweite sind Slough und die Nachbarorte im Westen an der M4: Dort stehen große moderne Campusse, darunter auch Cloud-Rechenzentren. Daneben gibt es Standorte in weiteren Vororten.
Für den Anbieter ist das alles „London“, obwohl zwischen Docklands und Slough rund 40 km liegen. Auf den Ping wirkt sich das kaum aus – innerhalb des Ballungsraums liegt die Latenz unter einer Millisekunde –, wohl aber darauf, wie Sie ein Angebot prüfen. Klären Sie vor dem Bezahlen:
- das genaue Rechenzentrum: Ein seriöser Anbieter nennt das Gebäude oder zumindest den Stadtteil, nicht nur die Stadt;
- die Geolokalisierung der zugeteilten IP: Bei manchen Anbietern sind die Adressen in einem anderen Land registriert, und Dienste, denen eine britische IP wichtig ist, sehen zum Beispiel die Niederlande;
- die Route: Bei Resellern steht ein „Londoner“ Tarif mitunter physisch in Manchester oder gar auf dem Kontinent; Test-IP und Traceroute zeigen das schnell.
Bei Cloud-Anbietern ist „London“ oft in mehrere Verfügbarkeitszonen in verschiedenen Gebäuden des Ballungsraums aufgeteilt. Das hilft bei der Ausfallsicherheit: Zwei Server in verschiedenen Zonen hängen nicht an einem Umspannwerk und einem Serverraum, und die Latenz zwischen ihnen bleibt bei ein, zwei Millisekunden.
Latenz: Deutschland, Europa, New York
Von Frankfurt nach London sind es meist 10–15 ms, nach Amsterdam und Paris etwa 5–10 ms, nach New York rund 70–75 ms – einer der besten Werte in Europa. Daraus ergibt sich das Hauptszenario der Stadt: ein Server für Nutzer auf beiden Seiten des Atlantiks. Sitzt der Großteil der Nutzer in den USA, ist ein zweiter Knoten in New York sinnvoller, und London bleibt der europäische Standort.
Der zweite Grund ist die Finanzinfrastruktur. In Londoner Rechenzentren stehen die Server vieler Broker und Handelsplätze, und für ein Handelsterminal zählt die Latenz genau zu ihnen, nicht zum Nutzer. Dafür gibt es eine eigene Übersicht VPS für Forex in London: Dort sind Taktfrequenz und Stabilität wichtiger als Speicherplatz.
Ein praktisches Detail ist die Zeitzone. London liegt ganzjährig eine Stunde hinter Deutschland, Wartungsfenster, die ein britisches Rechenzentrum „nachts“ ansetzt, fallen bei Ihnen also in die frühen Morgenstunden. Die Wartungsfenster veröffentlicht der Anbieter meist auf seiner Statusseite; läuft Ihr Dienst rund um die Uhr, abonnieren Sie die Benachrichtigungen und halten Sie ein Backup in einer anderen Stadt.
Für wen sich ein Londoner Server eignet
- Dienste für Großbritannien und Irland: Shops, SaaS, Backends mobiler Apps mit britischen Nutzern.
- Projekte mit zwei Zielgruppen – Europa und US-Ostküste – mit einem Server oder einer API.
- Firmen-VPN für ein Büro oder Mitarbeiter in London: Fernzugriff auf die internen Systeme des Unternehmens.
- Monitoring und Verfügbarkeitsprüfung von Websites aus Westeuropa.
Für ein Publikum im deutschsprachigen Raum ist London nicht die erste Wahl: Amsterdam und Frankfurt liegen näher und sind bei gleicher Ausstattung in der Regel günstiger.
Britische Regeln für Serverbetreiber
Der Datenschutz in Großbritannien richtet sich nach der UK GDPR und dem Data Protection Act 2018, die Aufsicht führt die Behörde ICO. Verarbeitet die Website Daten von Briten, brauchen Sie eine Datenschutzerklärung, eine Cookie-Einwilligung und ein Verfahren für Anfragen der Nutzer. Für die Übermittlung personenbezogener Daten aus der EU nach Großbritannien gilt ein Angemessenheitsbeschluss der EU-Kommission; prüfen Sie dennoch den aktuellen Stand und schließen Sie mit dem Anbieter einen Auftragsverarbeitungsvertrag.
Wissen sollten Sie außerdem vom Online Safety Act 2023. Er betrifft Dienste, auf denen Nutzer Inhalte veröffentlichen oder miteinander kommunizieren: Foren, Chats, Kommentare, Plattformen mit Datei-Uploads. Hat ein solches Projekt ein spürbares britisches Publikum, muss der Betreiber die Risiken bewerten, klare Regeln und ein Beschwerdeverfahren haben, und die Aufsicht Ofcom kann Berichte verlangen. Maßgeblich ist das Publikum, nicht der Serverstandort, aber mit einem Londoner Standort kommen die Fragen dazu schneller auf. Für eine gewöhnliche Website oder API ohne Nutzerinhalte ändert er kaum etwas.
Bezahlung
Britische Anbieter und internationale Anbieter mit Londoner Standort akzeptieren meist Visa/Mastercard, PayPal und Rechnung für Firmen; einige nehmen auch Kryptowährung als einen von mehreren Zahlungswegen. Seit dem Brexit gehört Großbritannien nicht mehr zur EU: Achten Sie darauf, ob die Preise mit britischer Mehrwertsteuer, mit EU-Umsatzsteuer oder netto angegeben sind. Die Spalte „Zahlung“ in der Tabelle oben zeigt die Möglichkeiten für jeden Tarif, die Preise sind umgerechnet.